|  | | 2006-08-26_gilmour_danzigDanzig (Polen) Werftgelände 26.08.2006
|  | Abschlusskonzert der OAI-Tour
|  |
|  |
|  | Reisebericht von Karlchen
|  |
|  | So, nun noch ein paar Einzelheiten zum Konzert
|  |
|  | Sonnabendmorgen wollte ich eigentlich zum Rudern gehen, aber dann muß ich wohl einer Einflüsterung des Teufels erlegen sein.
|  | Gegen 10 auf die Piste und ab ging es via Autobahn von Berlin über Stettin (Szczecin) nach Danzig (Gdansk).
|  | Ca. 1 h bis an die Polnische Grenze, denn die Autobahn ist inzwischen größtenteils gut in Schuß, da kann man blasen.
|  | Ab Stettin ist ne Art Schnellstraße aber leider kaum Autobahn, da dauert die Fahrt halt 4,5 h für rund 360 km. In Polen wird sehr viel gebaut und neu gemacht, das ist offensichtlich.
|  | Je weiter rein nach Zentralpolen kommt um so gefälliger und weniger schlampig vermittelt sich der Eindruck. Die Polska scheint auf einem guten Weg zu sein!
|  | Im Danziger Raum haben mir die riesengroßen modernen Werbetafeln gefallen mit dem OAI Cover und einem Konterfei von himself. Leider kann man auf einer Schnellstraße schlecht aus dem Auto fotografieren, vor allem wenn man alleine ist.
|  | Gegen 17:30 war ich in Danzig. Das Zentrum ist schnell erkundet, sehr schön, mega historisch und die „Leninwerft“ grenzt direkt an, also alles kurze Wege. Ach so, das Konzert fand auf dem Gelände der Leninwerft, mit diesem Namen ging sie in den 80ern in die Geschichte ein, statt. Ich habe versucht etliche Fotos, auch von den stilisierten 3 Kreuzen zu schießen, aber in der Dämmerung wird das nix, da macht der Autofocus und die Belichtungsdauer Sch... und es verwackelt. Anbei mal der Plan vom Gelände, ist wohl das gleiche wie bei den historischen Walesa Streiks.
|  |
|  | Der Weg war schon deshalb nicht zu verfehlen, denn es strömten Massen über Massen und das über 2..3 Stunden.
|  | Ich hatte recht schnell ein Kartenangebot für 40 Zloty (offiziell glaube ich bis 160 Zloty) für A3, da habe ich zugegriffen denn in HH und M war ich ja jeweils schon in Reihe 8.
|  | Wenn man bedenkt, dass der Kurs zum EURO z.Zt. 1:3,8 beträgt, war das schon recht günstig. Ich habe 100 EURO in Zloty getauscht, davon habe ich 1 Eintrittskarte und 2 Tankfüllungen, wobei letzterer noch halb voll ist. Das Wochenende mit DG in Danzig, war mit Abstand das finanziell günstigste.
|  | Der Hammer kam dann, alle Konzertbesucher bekamen entsprechend ihrer Karte, also Block, Reihe etc. ein farbiges Flohhalsband um das Handgelenk (siehe Bild).
|  |
|  | Das dauert bis gegen 21 Uhr und begann um 18 Uhr. Auch ich musste, wie alle Anderen, mich anstellen, die hatten nur 3 Abfertigungskioske. Karte in 5 Minuten und Identifikationsband 2 Stunden, die haben echt Einen an der Klatsche.
|  | Na ja, aber die Massen nahmen’s sehr gelassen obwohl an den Kiosken so 3er bis 5er reihen in einer Länge von jeweils ca. 500 m anstanden und es bahnte sich ein wundervoller Abend an.
|  |
|  | Ich kam nun also zu meinem Block A3, auf dem Foto könnt Ihr ja die Einteilung sehen.
|  |
|  | Das merkwürdige war, alle Blöcke waren mit Gittern gegeneinander abgesichert und man kam auch nur in den Block, wofür man das Billet bzw. Das Handgelenkband hatte. Zwischen den Blockabgrenzgittern, waren Laufwege, mit Gittern gesichert, für die Ordner und Sanitäter. Na ja, über 50-Tausend Fans wollen schon geleitet und kanalisiert sein. Es herrschte striktes Alkoholverbot, aber die Leute waren trotzdem gut drauf. Ich bin im meinen Block sozusagen in den Massen ertrunken und der Blick auf die Bühne war wie bei der 94er Tour von jwd. Sehr hilfreich waren diese über der Bühne hängenden Leinwände bzw. Screens.
|  |
|  | Ja, da standen wir da, dass heißt ein großer Teil der Leute saßen noch picknickmäßig auf dem Boden, und dann kam eine Ansage in Polnisch, die alle außer mir verstanden, das Tiefstrahler Licht dimmte out und die berühmten Pulse oder Herztöne schwollen an, ein AHHH und OHHH ging durch die Massen und es breitete sich eine Art heilige Erwartungsspannung aus, grandios!
|  |
|  | Auf dem Weg zu meinem, unserem Pferch traf ich noch Jemand, aber das war eine Verwechslung. Es rannte da ein Typ rum, der unserem mr-nobs wie ein Ei dem anderen glich. Hi Mr-Nobs, hab ihn angequatscht, der machte vieleicht Augen, wuste gar nicht wie ihm geschah. Na ja, deutsch war er wenigstens, einer von vielleicht 10 unter 50Tausend Polen.
|  |
|  | Für viele kleiner Gewachsene war es buchstäblich die Rettung, das die Screens über der Bühne alles zeigten, sie hätten sonst gar nichts gesehen. Wie schon beschrieben, der Sound war sehr sauber und druckvoll. Da das Zuschauergelände kurzfristig in den C Sektoren mehr als verdoppelt wurde, kann ich mir vorstellen, dass dort der Sound nicht mehr voll ankam. Na jedenfalls die Setliste ist Euch ja inzwischen aus verschiedenen anderen Quellen bekannt, da will ich nicht näher darauf eingehen.
|  | David hat in seiner bekannten Manier mit dem Publikum in der Landessprache geflirtet, das kam gut an und ist man ja von ihm gewöhnt.
|  | Es ist sehr angenehm gewesen, dass es beim Anfang des Konzertes schon fast dunkel war.
|  | Wahrscheinlich haben die Polen noch nicht den Stress der deutschen Veranstalter (Wald- und Kindlbühne in Berlin) dass nach 22 Uhr Ruhe sein muss, weil sich sonst die Anwohner gestört fühlen. Ich weiß nicht, was mit deutschen Richtern und Anwälten los ist.
|  |
|  | Setliste:
|  | Beginn pünktlich um 21:00 Uhr
|  | Teil 1, alle Titel von OAI mit Orchester
|  |
|  | 01. Speak To Me
|  | 02. Breathe
|  | 03. Time / Breathe Reprise
|  | 04. Castellorizon
|  | 05. On An Island
|  | 06. The Blue
|  | 07. Red Sky At Night
|  | 08. This Heaven
|  | 09. Then I Close My Eyes
|  | 10. Smile
|  | 11. Take A Breath
|  | 12. A Pocketful Of Stones
|  | 13. Where We Start
|  |
|  | 15 Minuten Pause
|  | Teil 2, einige Titel mit Orchester
|  |
|  | 14. Shine On You Crazy Diamond Pt.1-5 (David kündigt das "Weinglas-Glasharmonikaspielen" an)
|  | 15. Wots .. Uh The Deal
|  | 16. Astronomy Domine
|  | 17. Fat Old Sun (mit Davids Solo der 1. Strophe und Neubeginn)
|  | 18. High Hopes (Orchester)
|  | 19. Echoes (mit besonders ausgefeilten und langen Keyboardpassagen von Rick und Hammer Basssolo von Gay)
|  |
|  | Zugaben:
|  |
|  | 22. Wish You Were Here
|  | 21. A Great Day For Freedom (Tour PREMIERE mit Orchester)
|  | 22. Comfortably Numb (Orchester)
|  |
|  | Neben den bekanten Protagonisten auf dieser Tour, hatte David Hilfe von Zbigniew Preisner und dem Baltic Orchester Danzig. Einen besonderen Gast am Piano/Flügel hatte er auch aufzubieten, Leszek Mozdzer.
|  |
|  | Wie schon erwähnt, gab es einige kleiner Haspler, aber um so schöner.
|  | Besonders beeindruckt hat mich im 1. Teil „Then I Close My Eyes“, hier hatte sich „himself“ vergriffen. Der Blick der dann von Phil Manzanera zu ihm rüberwanderte und wie sich beide dann einen abgegrinst haben zum Schenkelklopfer von Gay Pratt war schon lustig.
|  |
|  | „Echoes“ war wie immer der Hammer und ging mind. 25...28 Min. (Zeitdauer wegen Dunkelheit und Aufregung an der Uhr nicht wirklich ablesbar).
|  | Gay Pratt spielte neben den göttlichen Soli von David bei CN ein wunderbares Basssolo, übrigens auch und gerade bei Echoes, ich bin reinweg weggeschmolzen und Rick hat gezaubert, dass die Tasten "wegflogen".
|  | Kann man bloß hoffen, das demnächst bald Bootlegs oder VOIOs auftauchen! Also immer schön danach bei den einschlägig bekannten IN Seiten Ausschau danch halten und Zeichen geben, OK?
|  |
|  | Das Mitsingen bei den Zugaben, falsch und laut, wie ja auf dieser Tour fast überall, hielt sich in Grenzen, nachdem die Mitsinger vor der Bühne an Davids SOYCD Neuinterpretation gescheitert waren. Bei WYWH sang man artig den Refrain mit und sonst ging’s. Einzig störend, empfand ich zumindest, dass die Leute nicht das Ende bei den Songs abwarten konten und viel zu früh mit ihren Beifallsbekundungen anfingen, so dass z.B. bei High Hopes (Glocken etc.) und WYWH vom Songende schlichtweg nichts mehr zu hören war.
|  | Viele Fans, vor allem Frauen lagen sich ständig in den Armen und hatten Freudentränen in den Augen. Es gab nicht wenige Paare, die verliebt wie am ersten Tag, sich umschlungen wiegend der wundervollsten Musik auf diesem Planeten hingaben. Man wurde selbst auf dieser Wolke des Gefühls mit davon getragen.
|  | Einer der schönsten Konzertabende, die ich je erlebte und doch, das HH Konzert vom März bleibt mir das liebste. Ist wahrscheinlich wie bei der Prägung nach einer Geburt.
|  | Eins ist auch noch bemerkenswert, es dominierten nicht wie in Deutschland die über 45jährigen, den visuellen Eindruck hatte ich da, sondern die Mehrzahl war zwischen 15 und 30 Jahren, ist schon merkwürdig. Vor allem die um die 20 waren voll dabei und hin und weg und sangen fast alles mit.
|  |
|  | Na ja, die Leute klatschten und riefen, aber vorbei war es dann um 0:10 tatsächlich.
|  | Bei den Massen könnt Ihr Euch vorstellen, dass der Abmarsch recht zäh und schleppend von sich ging.
|  |
|  | Mir fiel erst jetzt auf, dass die Security alle Art von Schirmen beim Einlass den Leuten abgenommen hatte (könnte ja eine Waffe sein), die diese sich jetzt wieder holten. Ich erwähne es weil all diese Schirme in einem riesigen Container waren und die Suchenden auch, ein surrealer Anblick.
|  |
|  | So gegen 0:45 hatte ich dann mein Auto erreicht, welches keine 500 m entfernt geparkt war.
|  | Doch jetzt ging das Geduldsspiel los, Ordner und Policia waren nicht in der Lage die Zuschauer und Autos so zu lenken, dass es funktionierte. Da verloren Einige die Geduld, schließlich kamen sie von sonst wo, Warschau, Lodz, Krakow und vielleicht noch weiter. Die hatten also noch 5 bis 10 Autostunden vor sich.
|  | Gegen 2:30 Uhr war ich dann endlich auf der Straße nach Gotenhafen (Gdynia) und ab ging es in Richtung Stettin, wo ich nach 2 Pausen mit Wiedererwachungsgymnastik gegen 6:30 Uhr ankam. Die Fahrt war allerdings teilweise Blindflug, da sehr dicker Nebel aufkam.
|  | Um Frühstück und Tanken brauch man sich keine Sorgen machen, in Polen gibt es sehr viele moderne Tankstellen, die rund um die Uhr geöffnet sind und wo man sich ausruhen, erfrischen und gut frühstücken kann. In Gdynia habe ich gegen 2:30 Kaffe, Kakao und ein frisches Croisant bekommen, versuch das mal bei uns
|  |
|  | Grenzkontrolle war schnell erledigt und ab ging es nach Berlin, nach keinen 20 km hatte ich einen kurzen Sekundenschlaf, ein Wunder dass nichts passiert ist.
|  | Bin dann auf den nächsten Parkplatz, hab ne `halbe Stunde geschlafen und war dann gegen 8:30 Uhr wieder zu Hause und saumüde.
|  |
|  |
|  |
|  | Konzertbericht von deha
|  |
|  | Das Konzert in Danzig? Wie es war? Nun ja, eigentlich nichts besonderes. So wie in München zum Beispiel, mal abgesehen davon, dass David die Besucher auf polnisch begrüßte und im weiteren Verlauf auch immer wieder ein Dziekuje (Vielen Dank) verlauten ließ, was ihm die Sympathien der polnischen Besucher einbrachte. Interessant auch die Disziplin der Polen. Auf dem Weg zur Werft mußten wir an einer nicht enden wollenden Schlange vorbei gehen. Wir gehörten nämlich zu den Glücklichen, die beim Abholen bzw. Kauf der Karte am Vormittag darauf hingewiesen wurden, dass man für das Betreten des Geländes zusätzlich noch ein Bändchen benötigen würde, was wir uns dann auch umgehend an einem der vielen Stände (es waren mehr als fünf) besorgten, um anschließend noch in Ruhe Danzig und insbesondere dessen schöne wieder aufgebaute Altstadt ansehen zu können. Geöffnet wurde das Gelände für Konzertbesucher schon um 17 Uhr, Beginn des Konzertes war um 21 Uhr (wie üblich fing David auch um 21 Uhr an).
|  |
|  | Der Wettergott wollte uns wohl einen Streich spielen und begrüßte uns schon bei der Landung auf dem Flughafen mit einem energischen Regenschauer, der nicht enden wollte. Für alle Athesisten hier: Die Anhäufung von kondensiertem Wasser in großer Höhe war inkontinent und dieses spürten wir den ganzen Tag über.
|  | Ab 16 Uhr wurde es dann merklich trockener und nach einiger Zeit gab die Sonne ihr Bestes. Die Laune stieg also wieder und ließ auf ein regenfreies Konzert hoffen. (Obwohl der Regen in München auch klasse war)
|  |
|  | Mit der Eintrittskarte und dem farbigen Bänchen am Handgelenk, konnten wir also an der Schlange vorbei gehen und das Gelände betreten. Auffällig war sofort, dass kein Alkohol auf dem Gelände erlaubt war, geschweige denn verkauft wurde! Also keiner, der sich während des Konzertes ständig an einem vorbeidrängelte, um neues Bier zu holen;-)
|  | Zwei große Kräne neben der Bühne integrierten diese förmlich in das Werftgelände. Insgesamt bot sich ein imposantes Bild vom Gelände. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt und hart gearbeitet, so der Eindruck. Etwas von der Solidarnosc lag in der Luft.
|  | Zum Konzert selbst. Mal wieder ein Konzert der Sonderklasse, der Hammer.
|  |
|  | Setlist wie in München, mit Vorstellungsrunde (Rick wird auch in Polen gebührend gefeiert), Pause und den üblichen alten Songs. Ausnahme: Wie ich mir vorher schon dachte, wurde 'A great day for freedom' gespielt, was David vorher auch ankündigte. Er wies auf 26 Jahre Solidarnosc usw. hin und ab ging die Post.
|  | Nobody is perfect, so auch die Techniker und Musiker
|  | Richard wurde bei einem Gesangspart mal der Saft fasst abgedreht, eine Gitarre war bei Fat Old Sun nicht eingeschaltet, David hatte einige Probleme mit seiner Stimme, hin und wieder verspielte sich mal jemand, usw.
|  | NA UND? Man merkte den Jungens auf der Bühne an, dass sie tierischen Spass und Lust bei diesem Auftritt hatten und dieses übertrug sich auch auf die Zuschauer. Und diejenigen hier, die meinen, sie müssten ausführlich die Fehler der Musiker breit treten oder sich sonstwie über sie lustig machen, sollten sich doch selbst mal auf eine Bühne stellen und vor so einer großen Zuschauermenge etwas zum Besten geben! Die Fehler und der Umgang mit ihnen haben sie mir alle nur sympatischer gemacht.
|  | Drei Stunden dauerte das Konzert und ich habe fast ganz vorne stehend jede einzelne Note, Nebelschwade und Laserstrahl bei sternenklarem Himmel genossen.
|  | Die Polen, die wir trafen waren alle sehr nett. Die Stadt ist absolut sehenswert. Eine unvergessliche Reise mit einem ebensolchem Konzert. |