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| 2006-03-11_gilmour_hamburgGilmour "On an Island Tour" 2006 Hamburg (CCH) 11.03.2006 Bericht by Jens Burmeister
Das CCH war eine sehr edle Konzertlocation! (zur gleichen Zeit am Abend sollte im Nachbarsaal Jürgen von der Lippe sein Bestes geben) Um 19.30 durften wir dann endlich in den Saal 1 und das Ding war wirklich toll.
Drinnen durfte im Allgemeinen nicht geraucht und getrunken werden (keine Gläser), zu meiner großen Freude - waren es doch die permanenten Bierholer, die mir damals in Hannover bei Rogers In The Flesh Tour am meisten auf den Sack gingen. Um 20:08 ging es dann pünktlich los mit dem gleichen Set wie in Dortmund, also bis zur Pause das komplette neue On An Island Album. Sehr schön! Klasse Einstieg, bei Take Breath kamen die Lichtmeister dann richtig in Fahrt. Bei Smile und A Pocketful of Stones begeisterte mich Davids Stimmenkraft. Der Mann ist 60 und hat noch so eine Kraft und das auch noch in den höheren Lagen! Da können Leute von Deep Purple und Led Zeppelin heute nicht mehr mithalten!
Nunja, der erste Teil war toll zum warmwerden aber noch steigerungsfähig. Nach exakt 60min war Pause. Nach ca. 20min sollten die 1,5h des zweiten Teils ein wahres Feuerwerk werden!
Es begann mit Shine On, eine fantastische Version mit diesem Gilmour-Solo, alles war aus, nur noch seine Gitarre und sein Mikro. Alles erstarrte! Alles brach danach im Jubel aus. Die Stimmung war geil! Es folgte das bekannte Set, wo für mich vor allem Time (mega-rockig und geile Lightshow) und High Hopes hervorstachen. Doch dann sollte es wirklich passieren... PING.... PING.... es war es wirklich ECHOES! Unfassbar genial, toll gesungen von Rick und David. Die Orgel der Hammer, die Lightshow top.
Der absolute Höhepunkt alles bisher dagewesenen, was ich an Konzerten in meinem 22jährigen Leben so zu sehen bekam. Das Publikum schwieg bis zum allerletzten leisesten Ton von Daves Gitarre und Ricks Orgeln. Doch dann brach alles heraus, stehende Ovationen und Jubelschreie. Als Zugabe gab es dann noch Wish you were here und Comfortably Numb. Das Sahnehäubchen sozusagen. bei WYWH gröhlten alle mit, die Leute hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Comfortably Numb war dann der krönende Abschluss eines gelungenen Konzertes mit einem schönen solo (aber steigerungsfähig, wenn ich es mit dem Pulse-Video vergleiche). Es war das bewegendste Konzert, was ich gesehen habe!!!
So, was bleibt mir noch zu sagen, ein paar kleine Erinnerungshäppchen:
(1) Wir saßen direkt hinter dem Mischpult und so konnten so das geschehen dort sehr gut beobachten. Ca. 10min kam Polly Samson, Daves Ehefrau dort hin. (sie war es doch oder?) Fand ich ja cool, immerhin hat sie einige Texte im Gilmours Album geschrieben. Sie machte einige Photos, lief später im Saal herum um nochmehr Photos zu machen um dann noch vor der Pause zu verschwinden.
(2) Mark Brickman (er war es doch oder?) saß neben Polly, sie unterhielten sich und er zeigte ihr was auf seinem geheimnisvollen Block (was ich erkennen konnte waren es irgendwelche Bühnenbilder oder Cover, aber ich denke mal ersteres). Sehr lustig war auch ein Fan im Eingangsbereich, der wir ein bekloppter frei von Taktgefühl herumtanzte. Als Mark das sah, tippte er seinen Techniker an und äffte den Typen nach. Sehr lustig! Er selbst fuchtelte übrigens auch das ganze Konzert wild mit den Armen rum. Hat er da irgendwem Zeichen gegeben oder fand er einfach nur die Musik geil?
(3) Zwischen zwei Liedern brüllte ein Fan Happy Birthday und die Menge jubelte. Ein Versuch der Menge, ihm ein Ständchen zu singen, scheiterte leider kläglich. Auf der Bühne feixte David mit Guy. David bedankte sich aber trotzdem artig mit einem "ausgezeichnet".
(4) Auch Dave ist nur ein Mensch und keine Maschine. Bei einem Lied (hab vergessen wo das war) vergaß er, seine Slide-Guitar (oder wie das Ding heißt) anzuschalten, mit einem Grinsen stand er auf und schaltete sie an. Die Band spielte einfach vier Takte durch und dann gings weiter. Die hatten da vorn sichtlich viel Spaß.
(5) Als David die Band vorstellte, kam er zuletzt zu Richard Wright. Die Menge jubelte und es gab für ihn Standing Ovations. Es muss für ihn ein tolles Gefühl sein, zusammen mit Dave zu spielen und zu singen. (Sein Gesang in Comfortably Numb und Echoes war phantastisch, in Wearing the inside out meiner Meinung nach steigerungsfähig)
(6) Ich will glaub ich gar keine Reunion mehr. So wie es war, war es gut. Sowohl Roger bei In the Flesh als auch Dave+Rick bei On an Island. Roger kommt im Sommer wieder und das ist gut! Vielleicht nimmt er Nick mit ins Boot. Es war ein phantastisches Konzert. Viel persönlicher als es ein Stadionkonzert von Pink Floyd jemals sein könnte!!! Jedoch hätte man dort die größere Light-Show Möglichkeiten, die mich andererseits natürlich auch faszinieren.
Jens Burmeister |
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| 2006-03-18_gilmour_frankfurtGilmour "On an Island" Tour 2006 Frankfurt/Main (Alte Oper) 18.03.2006
Konzertbericht von Nick:
Man tritt in den Saal, und ein großes Nebelgeschwader kommt einem entgegen, die Spannung steigt. Dann wenn das Licht erlischt, und die ersten Töne des Intros beginnen, wird die Menge unruhig; und dann bahnt sich schließlich eine dunkle Sillouette seinen Weg durch den Nebel zu seiner Gitarre - Castellorizon beginnt.
Obwohl mit Castellorizon mein Favourite des Albumes schon nach wenigen Sekunden um war, und ich nicht gerade der größte Fan von "On An Island" bin, waren auch im kommenden Verlauf sehr schöne Momente vorhanden. Die Soli kamen sehr kraftvoll und stark rüber, besonders bei The Blue wie ich fand. Take A Breath haute einen, trotz (warum eigentlich trotz?) kleiner Panne, einfach um. Einzig "Then I Close My Eyes" fande ich, besonders in der ersten Hälfte, nicht sonderlich berauschend - es fehlte irgendwie der Bass.
Nach der Pause, welche er uns auf Deutsch mit den Worten "Wie nehmen eine kleine Pause von 20 Minuten und kommen dann wieder" angekündigt hatte, gings natürlich erst richtig los. Leider verflog die zweite Hälfte wie im Flug, und man kann im nachhinein nur noch wenige Impressionen kundtun. Die ShineOn-Version finde ich sehr schön; Dick Parrys geniales Solo wird mit massivem Jubel aus dem Publikum begleitet. Bei "Wots... Uh The Deal" vergisst er kurz den Text - nicht weiter schlimm; der Song ist einfach cool! Nur fällt mir spätestens hier auf, dass seine Stimme nicht auf der Höhe ist. Das hat aber nichts mit dem gestrigen Tage zu tun; wenn ich mir das Hamburg-Bootleg anhöre, erkenne ich keinen Unterschied. Bei "Wearing The Inside Out" taucht endlich Rick aus dem Dunkel. Und, hach, bin ich froh, dass sie ohne Backround-Sängerinnen auskommen.
Alle Songs hören sich so viel besser an, und selbst "Wearing The Inside Out" kann gut ohne leben. Dann kommt Fat Old Sun, in einer echt genialen Version. Der Anfang ist wie gehabt, aber dann schmettert er ein echt geniales fetziges Solo hin - wow! Danach kommen wir in den Genuss der DarkSide-Ecke. Die LightShow bei "Time" ist genial, das Intro an sich ist genial, und beim Solo hälts mich mal wieder nicht ruhig auf dem Stuhl. Auch High Hopes war deutlich besser als in der 2002er-Version. Nach dem PedalSteel-Solo, holt er noch mal seine Akkustik raus und spielt ein wunderschönes Outro. Ja, dann sagt Dave: "We play Echoes for you now", und schon gehts los. Leider ist der Anfang etwas arg verkürzt, der Gesang setzt nach wenigen Klängen schon ein. Aber richtig genial wird der Song erst beim rockigen Teil, wenn die Lightshow entsprechend dazu abgeht. Man schaut sich um, und sieht keinen ruhig auf dem Stuhl sitzen - eine Hammer-Version!
Als er die Band vorgestellt hat, gab es übrigens besonders lauten Applaus für Rick, der überhaupt durchweg bejubelt wurde. Nach einem Zuruf aus dem Publikum, den ich leider akkustisch nicht ganz verstanden habe, sagte Dave mal: "This IS the young Rick Wright!" Und einem "Happy Birthday"-Ruf engegnete er mit "Long Forgotten".
Ja, dann blieben nur noch die Zugaben. "Wish You Were Here" in der ganz normalen Version, spätestend bei CN stehen alle auf. Rick macht seinen Part gut; nur hätte ich mir sehr eine längere Version des Schlusssolos gewünscht. Ja, und dann sitzt man da, die Lichter gehen wieder an und man ist sprachlos. Naja, zum Glück habe ich heute meine Sprachfähigkeit wieder zurückerlangt. Und nun hoffe ich auf... Bootlegs!
Konzertbericht von santamarinello
Die neuen Songs kommen sehr viel gefälliger als auf der Platte. Rauher, rockiger. Es fehlt die massenkompatible Weichspülung durch das Orchester.
Echoes - gibts nicht mehr viel zu sagen. Ein Traum. Rick kommt hier mehr zum tragen als auf Pompeii - im Mittelteil die Hammondorgel viel fordernder. Gesanglich das Duett von Dave und Rick (wo hat Carin mitgetan? Doch nur im Hintergrund!) hier allererste Sahne, so wie sich Dave insgesamt gegen Ende eingesungen zu haben scheint.
High Hopes - na, die Glocke hätte etwas weniger blechern klingen können. Das Ende sehr stimmig, Akkustikgitarren"solo" - noch nie so gehört. Klasse.
Kritik: Guy Pratt ist schlichtweg eine Zumutung. Hampelt auf der Bühne herum, meint durch Hochreißen das Basses "Show" machen zu müssen und ist vom Bassspiel her Roger bei den Floyd-Sachen meilenweit hinterher. Es stmmt einfach nicht. Er bekommt den speziellen Sound nicht hin.
Sound: Ganz so astrein wars nicht. Liegt aber IMO an der zu starken Aussteuerung des Basses. An der Lightshow gibts nix zu mäkeln.
Fazit: Roger and Friends performen Pink Floyd, Dave und Rick SIND Pink Floyd.
Bericht von "Abe Simpson"
Alles in allem war es natürlich ein bombastisches Konzert mit einem hammer Sound. Dave hat es geschafft bereits mit seinem neuen Album das Puplikum komplett zu begeistern. Ob das der Herr Clapton im Sommer schafft, bleibt abzuwarten. (Nur so als Beispiel, dass das nicht selbstverständlich ist).
Aber wie bereits beschrieben gab es auch einige Unzulänglichkeiten, die ich bei diesen gestandenen Profis nicht erwartet hätte. Einmal Gitarre verstimmt oder versungen: kein Problem. Verzeit man Ihm sofort. (Einmal sind Ihm bei Fat old Sun auch die Akkorde kurz ausgegangen.) Aber meiner meiner Meinung war er auch bie Echoes an einer Stelle textunsicher, was aber sehr unauffällig war, da die Stelle 2-stimmig mit Carin war und der es souverän durchgezogen hat.
Richtig enttäuscht war ich allerdings vom 2. Gitarristen. Ideenlos den Stiefel runtergespielt, welchen man Ihm vorgegeben hat. Und bei zwei entscheidenden Stellen kläglich versagt. Im ersten Teil nach dem weltklasse Sax-Solo von David bei dem krassen Rhythmuswechsel kam in den ersten 2 Takten auf der Akkustic gar nix. Weiß net ob sie leise war oder falsch gespielt.
Und bei WYWH hab ich gedacht ich spinn. Nach dem klassischen Anfang hat Pratt Ihm ganz verkrampft den Einsatz gegeben, was leider auch nix genützt hat. Falsche Töne, falsches Tempo. Das kann doch jeder 5-jährige auf der Blockflötte machen. Unglaublich für einen Profi.
Trotzdem war das Konzert natürlich klasse. Wie da einige Male der Punk abging. Unglaublich. Irgendwer hat geschrieben er hätte Wright nicht gehört. Also der Typ war ja nun wirklich genial. Einer der anz großen seiner Zunft, der NICHTS verlernt hat.
"Golden Heart":
... Gegen halb 7 sind wir dann zur Oper. Am Eingang wurde man gefragt, ob man einen Fotoapparat dabeihätte. Hatte ich wirklich nicht (hab mich für MD entschieden), aber wer würde denn schon ja sagen? Am Merchandise-Stand war es sehr voll. Die Shirts waren alle nicht so doll, aber ich hab mir dann doch ein Girlie-Shirt gekauft, weil ich unbedingt eines wollte…Naja, es hat Größe S und ist mir immer noch zu groß. Außerdem hoffe ich, dass es nach dem ersten Waschen nicht zsuammenfällt…
So gegen halb 8 konnte man dann in den Saal. Hat ne Weile gedauert, bis wir den richtigen Eingang gefunden haben. Hartwig und ich saßen in Reihe 19 und hatten ziemlich gute Sicht. Irgendwie hatte ich mir den Saal größer vorgestellt. Wieviele mögen da wohl reinpassen? Ich schätze vielleicht 1500?
David hat relativ pünktlich angefangen. Muss sagen, live kommt die neue Platte echt klasse rüber, besonders Take A Breath rockt ordentlich. Und Gilmour am Sax bei Red Sky hat gleich mal nen Extra-Applaus gegeben *g* O ja, die Panne bei Take A Breath…Ach mein Gott.
Nach der Pause verwandelte sich alles in eine Pink Floyd-Show. Ich hatte bei Breathe, Time und High Hopes wirklich das Gefühl, es hätte gerade jemand die PULSE reingelegt. Das mit der vergessenen Textzeile bei Whats The Deal fand ich witzig. Rick grinste über beide Ohren *g* Und David schlägt die Hand vorn Kopf…Seht es mal so: Das erlebt ihr auch nicht immer, und irgendwie macht es das Konzert doch auch zu etwas Besonderem. Auf Wearing The Inside Out hab ich mich die ganze Zeit gefreut. Endlich durfte Rick mal singen. Sagt mal hat er den Text ablesen müssen? Na egal. Das Synthie-Solo war so toll…Hätte gerne mehr davon gehört. Manches ging soundmäßig tatsächlich etwas unter, Schlagzeug und Gitarre fand ich bei den „härteren“ Songs schon zu laut. Die Alte Oper ist eben von der Akustik her eher weniger für Rockkonzerte geeignet. Aber wie Hartwig meinte: Hätte David die Konzerte unter dem Namen Pink Floyd gegeben, wäre die besondere Atmosphäre verloren gegangen und hätte einem Bierzelt-Charakter geähnelt…Aber nochmal zu Rick: Irgendwie hat er mich die ganze Zeit nervös gemacht, weil er selbst immer so nervös und verkrampft ist. Hat Spaß gemacht ihn zu beobachten *g* Aber ich mag ihn total, irgendwie isser schon knuffig *g*
Absolutes Highlight natürlich Echoes. Mensch, bei diesen Lichteffekten bekommt man ja nen epileptischen Anfall! Wahnsinn auch, was David mit einer Gitarre alles machen kann! Joa, und dann nach den beiden Zugaben wars auch schon vorbei…Rick hatte es besonders eilig von der Bühne zu kommen. Vielleicht musste er mal*g* Fand es schon süß, David und Rick Arm in Arm am Ende *g* Die beiden gehören eben zusammen, und ich wage fast zu sagen, die beiden SIND Pink Floyd (Ich sage nur Echoes). |
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| 2006-07-28_gilmour_clamvon Mr. Screen:
Das Konzert war einfach grossartig! Gleich am Beginn eine Überraschung: Ich hätte erwartet, dass es mit "Castellorizon" losgeht. Aber aus den Boxen kam Herzschlag, und tatsächlich, zum Einstieg gibt es das Tripel Breathe/Time/Breathe reprise. Weitere Überraschung: David begrüßt das Publikum in (wenn auch etwas holperigen) Deutsch, und kündigt "On an Island, auf einer Insel" an. Bei der Division Bell Tour hätten seine Deutschkenntnisse dafür noch nicht gereicht. Die Songs von "On an Island" kriegen live richtig Power, hätte ich gar nicht erwatet...
Richtig Stimmung kam dann aber nach der Pause, bei den Klassikern, auf, und Echoes war dabei wohl der Höhepunkt. Einfach genial! Echoes live - dass ich das noch erleben darf... Leider wurde "Wearing The Inside Out" nicht gespielt. Darauf hätte ich mich schon gefreut. Rick hätte sich schon einmal für ein paar Minuten aus dem Schatten von David hervorheben können. Aber man kann halt nicht alles haben...
Setlist:
Teil 1: Breathe Time Breathe (Reprise) Castellorizon On An Island The Blue Red Sky At Night This Heaven Then I Close My Eyes Smile Take A Breath A Pocketful Of Stones Where We Start
Teil 2: Shine On You Crazy Diamond Astronomy Domine Dark Globe (Syd Barrett) Fat Old Sun Coming Back To Life High Hopes Echoes
Zugaben: Wish You Were Here Comfortably Numb
von Marek:
Schön ist in Klam, dass das Gelände leicht zur Bühne abfällt. So kann man von überall aus gut auf die Bühne sehen. Die seitlichen Hänge waren auch gut bevölkert. So etwas schafft schon mal ´ne tolle Atmosphäre. Ab und zu der Duft eines Joints, der kurz vorbeiwehte - da fielen mir die Worte des Bruders wieder ein, welche die Stimmung beschrieben, die vor einem Konzert von Pink Floyd geherrscht hat; die steigende Spannung, wenn man ein Knacken in den Boxen hört. Ich beneide die Leute, die so etwas zu ihren Erinnerungen zählen können.
Die Setlist ist richtig so. Den einzigen Song, den ich nicht erkannt habe, war der von Syd. Habe meinen Stehnachbarn bei "Fat old Sun" gefragt, ob er sich auskennt und was davor gespielt wurde. Der fragte mich doch glatt, ob ich wissen will, wer da spielt. Gut, im Dunkeln konnte er nicht sehen, dass ich das Bruder-Franziskus-Forum-Kompetenz-Shirt anhatte. Er meinte nur, dass der jetzige Song wohl einem verstorbenen Freund gewidmet war. FOS? Wohl eher nicht.
Die Überraschung waren der Beginn mit DSOTM-Nummern sowie Astronomy Domine. Und natürlich Davids deutsche Ansagen. Er meinte dann auch: "Oh, mein Deutsch ist gar nicht so schlecht." Bei der Vorstellung der Band kam der üblich stärkere Applaus für "Mister Richard Wright, a legend."
Die Lichtshow wird dieselbe sein, wie auf der ganzen Tour. Ich konnte keinen Unterschied zu Frankfurt ausmachen, bis auf den spärlichen Einsatz einiger kleiner Laser. Bei Astronomy Domine strahlte einer über die Band hinweg; bei Echoes (nachdem David mit dem Gefiepe fertig war und die Musik wieder einsetzte) feuerten ein paar mehr. Bei CN kam dann endlich mal ein gefächerter Laser; so muss das! Ansonsten: keine irre Lasershow. Da die Bühne nicht so groß ist, wird sie wohl auch in München zum Einsatz kommen.
Das Mitsingen bei "Shine on ..." war auch recht witzig. Das Auditorium sang natürlich beim Refrain wie vom Album, David setzte immer etwas später ein. Eigentlich ein schöner Effekt. Beim zweiten Refrain sang er dann synchron mit dem Publikum.
Alles in allem ein Superkonzert. Von der Lichtshow hatte ich mehr erwartet. Also, für München keine zu großen Erwartungen. Freut euch auf einen Gilmour, der gut bei Stimme ist und mit seiner Band viel Spaß hat.
von Kraxi:
Das Gelände bei Burg Klam ist für Konzerte bestens geeignet, da, wie schon berichtet, das Gelände zur Bühne hin abfällt und man so auch weiter hinten (war ca. 20m von der Bühne entfernt) auch als kleiner Mann (bin nur 1,68m gross) eine freie Sicht auf die Bühne hat. Und wenn mal ein 2m Hühne vor einem steht, genügt ein Schritt zur Seite und man hat wieder alles im Blickfeld.
Zum Konzert selbst:
Breathe - genialer Einstieg, denn mit dem alten Floyd Material kam schon Stimmung auf. Time - Der Herzschlag aus den Boxen hat meinen fast zum Stillstand gebracht! Wenn man das "Bu-Bum" nicht mindestens einmal live "gespürt" hat (und man hat es tatsächlich gespürt), dann hat man wirklich was versäumt. Breath Reprise - Schöner Ausklang des Anfangs
Dann kam der Island-Block und der war nicht so der Bringer. Solides Handwerk, aber nichts besonderes, nur Davids Soli waren hervorragend. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Songs im Grunde nur auf den Soli basieren und etwas gesungen wird, damit es ein Lied wird. Wie gesagt, nicht schlecht, aber David ist für mich als Songwriter nicht so der Bringer. Auch das Publikum ist nich so richtig mitgegangen.
Nach 20m Pause gings dann richtig los: Shine On You Crazy Diamond - Gänsehaut! Hab hier immer die Projektion von Rogers Konzerten vor Augen gehabt, dieses Riesen Syd-Bild. Astronomy Domine - Für mich der 1. richtige Höhepunkt! (Bei Time war es einfach noch zu hell) Da wurde mal so richtig losgerockt und auch auf der Bühne war Lichttechnisch die Hölle los. Dark Globe (Syd Barrett) - Naja, klang für mich sehr belanglos. Arnold Layne oder Dominoes hätte mir da besser gefallen. Fat Old Sun - Da hat der David gleich die Akustik-Klampfe umbehalten und dieses schöne Lied gespielt. Nice one! Coming Back To Life - Naja, vielen hats gefallen. High Hopes - Der einzige Song der Post Waters Ära, der mir auch gefällt. Hat richtig Druck gemacht und Daves Gesang war (nicht nur bei diesem Stück) perfekt. Echoes - PF pur! Was soll man über dieses Stück noch großartig sagen? Bin unendlich glücklich, dass ich Echoes von 50% PF live erleben durfte. Eine kleine Anmerkung sei mir noch gestattet. Klar ist Guy Pratt technisch versierter als Roger, aber das unterscheidet eben einen Künstler von einem Handwerker: Der Handwerker beherrscht sein Werkzeug perfekt und macht kaum Fehler, der Künstler jedoch weiss, wie man ein Bild malt, einen Song schreibt, etc ... der Emotionen auslöst.
Nachdem sich David sehr lange bitten lies, gings dann weiter mit: Wish you were here - welches vom Publikum begeistert mitgesungen wurde. Wirklich sehr schön. Schade nur, dass dieses Stück nicht länger ist. Ein weiterer Höhepunkt des Abends! Comfortably Numb - Rogers Passagen passen wohl nur zu Roger. Der gute Rick, der übrigens, zumindest kam es mir so vor, mit seinem fragilen Gesang den ganzen Abend so klang, wie Nationalspieler Oliver Neuville aussieht, hat sich zwar bemüht, aber es klingt nicht so latent fies, wie es Roger schafft. Über die beiden Gitarrensoli brauchen wir kein Wort verlieren, gerade das am Ende war so genial, dass ich mir gewünscht habe, David möge die Gitarre nie mehr aus der Hand legen und dieses Solo ewig weiterspielen. Auch 2 Jungs vor mir waren sehr angetan von den Soli, dass sie sich einen richtigen Luftgitarren-Battle geliefert haben. Das hat megadämlich ausgesehen, trug aber zur Erheiterung der umstehenden Besucher bei.
Fazit: I want more! Das kanns noch lange nicht gewesen sein! Werde heute meine Eltern anrufen und mich beschweren, dass ich nicht schon früher gezeugt wurde und so nie die Chance hatte Pink Floyd mit Waters-Gilmour-Wright-Mason live zu erleben. (Jänner '74) Aja, das nächste mal nehm ich Sitzplätze, denn ich hab mich wirklich sehr geärgert, dass die komplett anders angeordnet waren, als auf dem Plan. Denn ich wollte unbedingt direkt vor der Bühne stehen (wo laut Plan der Stehplatzbereich war) tatsächlich waren aber die Sitzplätze genau vor der Bühne. Kleiner Nachtrag zum Sound: hätte etwas lauter sein können, obwohl ich relativ nahe am geschehen war, war es mir teilweise zu leise. |
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| 2006-08-26_gilmour_danzigDanzig (Polen) Werftgelände 26.08.2006 Abschlusskonzert der OAI-Tour
Reisebericht von Karlchen
So, nun noch ein paar Einzelheiten zum Konzert
Sonnabendmorgen wollte ich eigentlich zum Rudern gehen, aber dann muß ich wohl einer Einflüsterung des Teufels erlegen sein. Gegen 10 auf die Piste und ab ging es via Autobahn von Berlin über Stettin (Szczecin) nach Danzig (Gdansk). Ca. 1 h bis an die Polnische Grenze, denn die Autobahn ist inzwischen größtenteils gut in Schuß, da kann man blasen. Ab Stettin ist ne Art Schnellstraße aber leider kaum Autobahn, da dauert die Fahrt halt 4,5 h für rund 360 km. In Polen wird sehr viel gebaut und neu gemacht, das ist offensichtlich. Je weiter rein nach Zentralpolen kommt um so gefälliger und weniger schlampig vermittelt sich der Eindruck. Die Polska scheint auf einem guten Weg zu sein! Im Danziger Raum haben mir die riesengroßen modernen Werbetafeln gefallen mit dem OAI Cover und einem Konterfei von himself. Leider kann man auf einer Schnellstraße schlecht aus dem Auto fotografieren, vor allem wenn man alleine ist. Gegen 17:30 war ich in Danzig. Das Zentrum ist schnell erkundet, sehr schön, mega historisch und die „Leninwerft“ grenzt direkt an, also alles kurze Wege. Ach so, das Konzert fand auf dem Gelände der Leninwerft, mit diesem Namen ging sie in den 80ern in die Geschichte ein, statt. Ich habe versucht etliche Fotos, auch von den stilisierten 3 Kreuzen zu schießen, aber in der Dämmerung wird das nix, da macht der Autofocus und die Belichtungsdauer Sch... und es verwackelt. Anbei mal der Plan vom Gelände, ist wohl das gleiche wie bei den historischen Walesa Streiks.
Der Weg war schon deshalb nicht zu verfehlen, denn es strömten Massen über Massen und das über 2..3 Stunden. Ich hatte recht schnell ein Kartenangebot für 40 Zloty (offiziell glaube ich bis 160 Zloty) für A3, da habe ich zugegriffen denn in HH und M war ich ja jeweils schon in Reihe 8. Wenn man bedenkt, dass der Kurs zum EURO z.Zt. 1:3,8 beträgt, war das schon recht günstig. Ich habe 100 EURO in Zloty getauscht, davon habe ich 1 Eintrittskarte und 2 Tankfüllungen, wobei letzterer noch halb voll ist. Das Wochenende mit DG in Danzig, war mit Abstand das finanziell günstigste. Der Hammer kam dann, alle Konzertbesucher bekamen entsprechend ihrer Karte, also Block, Reihe etc. ein farbiges Flohhalsband um das Handgelenk (siehe Bild).
Das dauert bis gegen 21 Uhr und begann um 18 Uhr. Auch ich musste, wie alle Anderen, mich anstellen, die hatten nur 3 Abfertigungskioske. Karte in 5 Minuten und Identifikationsband 2 Stunden, die haben echt Einen an der Klatsche. Na ja, aber die Massen nahmen’s sehr gelassen obwohl an den Kiosken so 3er bis 5er reihen in einer Länge von jeweils ca. 500 m anstanden und es bahnte sich ein wundervoller Abend an.
Ich kam nun also zu meinem Block A3, auf dem Foto könnt Ihr ja die Einteilung sehen.
Das merkwürdige war, alle Blöcke waren mit Gittern gegeneinander abgesichert und man kam auch nur in den Block, wofür man das Billet bzw. Das Handgelenkband hatte. Zwischen den Blockabgrenzgittern, waren Laufwege, mit Gittern gesichert, für die Ordner und Sanitäter. Na ja, über 50-Tausend Fans wollen schon geleitet und kanalisiert sein. Es herrschte striktes Alkoholverbot, aber die Leute waren trotzdem gut drauf. Ich bin im meinen Block sozusagen in den Massen ertrunken und der Blick auf die Bühne war wie bei der 94er Tour von jwd. Sehr hilfreich waren diese über der Bühne hängenden Leinwände bzw. Screens.
Ja, da standen wir da, dass heißt ein großer Teil der Leute saßen noch picknickmäßig auf dem Boden, und dann kam eine Ansage in Polnisch, die alle außer mir verstanden, das Tiefstrahler Licht dimmte out und die berühmten Pulse oder Herztöne schwollen an, ein AHHH und OHHH ging durch die Massen und es breitete sich eine Art heilige Erwartungsspannung aus, grandios!
Auf dem Weg zu meinem, unserem Pferch traf ich noch Jemand, aber das war eine Verwechslung. Es rannte da ein Typ rum, der unserem mr-nobs wie ein Ei dem anderen glich. Hi Mr-Nobs, hab ihn angequatscht, der machte vieleicht Augen, wuste gar nicht wie ihm geschah. Na ja, deutsch war er wenigstens, einer von vielleicht 10 unter 50Tausend Polen.
Für viele kleiner Gewachsene war es buchstäblich die Rettung, das die Screens über der Bühne alles zeigten, sie hätten sonst gar nichts gesehen. Wie schon beschrieben, der Sound war sehr sauber und druckvoll. Da das Zuschauergelände kurzfristig in den C Sektoren mehr als verdoppelt wurde, kann ich mir vorstellen, dass dort der Sound nicht mehr voll ankam. Na jedenfalls die Setliste ist Euch ja inzwischen aus verschiedenen anderen Quellen bekannt, da will ich nicht näher darauf eingehen. David hat in seiner bekannten Manier mit dem Publikum in der Landessprache geflirtet, das kam gut an und ist man ja von ihm gewöhnt. Es ist sehr angenehm gewesen, dass es beim Anfang des Konzertes schon fast dunkel war. Wahrscheinlich haben die Polen noch nicht den Stress der deutschen Veranstalter (Wald- und Kindlbühne in Berlin) dass nach 22 Uhr Ruhe sein muss, weil sich sonst die Anwohner gestört fühlen. Ich weiß nicht, was mit deutschen Richtern und Anwälten los ist.
Setliste: Beginn pünktlich um 21:00 Uhr Teil 1, alle Titel von OAI mit Orchester
01. Speak To Me 02. Breathe 03. Time / Breathe Reprise 04. Castellorizon 05. On An Island 06. The Blue 07. Red Sky At Night 08. This Heaven 09. Then I Close My Eyes 10. Smile 11. Take A Breath 12. A Pocketful Of Stones 13. Where We Start
15 Minuten Pause Teil 2, einige Titel mit Orchester
14. Shine On You Crazy Diamond Pt.1-5 (David kündigt das "Weinglas-Glasharmonikaspielen" an) 15. Wots .. Uh The Deal 16. Astronomy Domine 17. Fat Old Sun (mit Davids Solo der 1. Strophe und Neubeginn) 18. High Hopes (Orchester) 19. Echoes (mit besonders ausgefeilten und langen Keyboardpassagen von Rick und Hammer Basssolo von Gay)
Zugaben:
22. Wish You Were Here 21. A Great Day For Freedom (Tour PREMIERE mit Orchester) 22. Comfortably Numb (Orchester)
Neben den bekanten Protagonisten auf dieser Tour, hatte David Hilfe von Zbigniew Preisner und dem Baltic Orchester Danzig. Einen besonderen Gast am Piano/Flügel hatte er auch aufzubieten, Leszek Mozdzer.
Wie schon erwähnt, gab es einige kleiner Haspler, aber um so schöner. Besonders beeindruckt hat mich im 1. Teil „Then I Close My Eyes“, hier hatte sich „himself“ vergriffen. Der Blick der dann von Phil Manzanera zu ihm rüberwanderte und wie sich beide dann einen abgegrinst haben zum Schenkelklopfer von Gay Pratt war schon lustig.
„Echoes“ war wie immer der Hammer und ging mind. 25...28 Min. (Zeitdauer wegen Dunkelheit und Aufregung an der Uhr nicht wirklich ablesbar). Gay Pratt spielte neben den göttlichen Soli von David bei CN ein wunderbares Basssolo, übrigens auch und gerade bei Echoes, ich bin reinweg weggeschmolzen und Rick hat gezaubert, dass die Tasten "wegflogen". Kann man bloß hoffen, das demnächst bald Bootlegs oder VOIOs auftauchen! Also immer schön danach bei den einschlägig bekannten IN Seiten Ausschau danch halten und Zeichen geben, OK?
Das Mitsingen bei den Zugaben, falsch und laut, wie ja auf dieser Tour fast überall, hielt sich in Grenzen, nachdem die Mitsinger vor der Bühne an Davids SOYCD Neuinterpretation gescheitert waren. Bei WYWH sang man artig den Refrain mit und sonst ging’s. Einzig störend, empfand ich zumindest, dass die Leute nicht das Ende bei den Songs abwarten konten und viel zu früh mit ihren Beifallsbekundungen anfingen, so dass z.B. bei High Hopes (Glocken etc.) und WYWH vom Songende schlichtweg nichts mehr zu hören war. Viele Fans, vor allem Frauen lagen sich ständig in den Armen und hatten Freudentränen in den Augen. Es gab nicht wenige Paare, die verliebt wie am ersten Tag, sich umschlungen wiegend der wundervollsten Musik auf diesem Planeten hingaben. Man wurde selbst auf dieser Wolke des Gefühls mit davon getragen. Einer der schönsten Konzertabende, die ich je erlebte und doch, das HH Konzert vom März bleibt mir das liebste. Ist wahrscheinlich wie bei der Prägung nach einer Geburt. Eins ist auch noch bemerkenswert, es dominierten nicht wie in Deutschland die über 45jährigen, den visuellen Eindruck hatte ich da, sondern die Mehrzahl war zwischen 15 und 30 Jahren, ist schon merkwürdig. Vor allem die um die 20 waren voll dabei und hin und weg und sangen fast alles mit.
Na ja, die Leute klatschten und riefen, aber vorbei war es dann um 0:10 tatsächlich. Bei den Massen könnt Ihr Euch vorstellen, dass der Abmarsch recht zäh und schleppend von sich ging.
Mir fiel erst jetzt auf, dass die Security alle Art von Schirmen beim Einlass den Leuten abgenommen hatte (könnte ja eine Waffe sein), die diese sich jetzt wieder holten. Ich erwähne es weil all diese Schirme in einem riesigen Container waren und die Suchenden auch, ein surrealer Anblick.
So gegen 0:45 hatte ich dann mein Auto erreicht, welches keine 500 m entfernt geparkt war. Doch jetzt ging das Geduldsspiel los, Ordner und Policia waren nicht in der Lage die Zuschauer und Autos so zu lenken, dass es funktionierte. Da verloren Einige die Geduld, schließlich kamen sie von sonst wo, Warschau, Lodz, Krakow und vielleicht noch weiter. Die hatten also noch 5 bis 10 Autostunden vor sich. Gegen 2:30 Uhr war ich dann endlich auf der Straße nach Gotenhafen (Gdynia) und ab ging es in Richtung Stettin, wo ich nach 2 Pausen mit Wiedererwachungsgymnastik gegen 6:30 Uhr ankam. Die Fahrt war allerdings teilweise Blindflug, da sehr dicker Nebel aufkam. Um Frühstück und Tanken brauch man sich keine Sorgen machen, in Polen gibt es sehr viele moderne Tankstellen, die rund um die Uhr geöffnet sind und wo man sich ausruhen, erfrischen und gut frühstücken kann. In Gdynia habe ich gegen 2:30 Kaffe, Kakao und ein frisches Croisant bekommen, versuch das mal bei uns
Grenzkontrolle war schnell erledigt und ab ging es nach Berlin, nach keinen 20 km hatte ich einen kurzen Sekundenschlaf, ein Wunder dass nichts passiert ist. Bin dann auf den nächsten Parkplatz, hab ne `halbe Stunde geschlafen und war dann gegen 8:30 Uhr wieder zu Hause und saumüde.
Konzertbericht von deha
Das Konzert in Danzig? Wie es war? Nun ja, eigentlich nichts besonderes. So wie in München zum Beispiel, mal abgesehen davon, dass David die Besucher auf polnisch begrüßte und im weiteren Verlauf auch immer wieder ein Dziekuje (Vielen Dank) verlauten ließ, was ihm die Sympathien der polnischen Besucher einbrachte. Interessant auch die Disziplin der Polen. Auf dem Weg zur Werft mußten wir an einer nicht enden wollenden Schlange vorbei gehen. Wir gehörten nämlich zu den Glücklichen, die beim Abholen bzw. Kauf der Karte am Vormittag darauf hingewiesen wurden, dass man für das Betreten des Geländes zusätzlich noch ein Bändchen benötigen würde, was wir uns dann auch umgehend an einem der vielen Stände (es waren mehr als fünf) besorgten, um anschließend noch in Ruhe Danzig und insbesondere dessen schöne wieder aufgebaute Altstadt ansehen zu können. Geöffnet wurde das Gelände für Konzertbesucher schon um 17 Uhr, Beginn des Konzertes war um 21 Uhr (wie üblich fing David auch um 21 Uhr an).
Der Wettergott wollte uns wohl einen Streich spielen und begrüßte uns schon bei der Landung auf dem Flughafen mit einem energischen Regenschauer, der nicht enden wollte. Für alle Athesisten hier: Die Anhäufung von kondensiertem Wasser in großer Höhe war inkontinent und dieses spürten wir den ganzen Tag über. Ab 16 Uhr wurde es dann merklich trockener und nach einiger Zeit gab die Sonne ihr Bestes. Die Laune stieg also wieder und ließ auf ein regenfreies Konzert hoffen. (Obwohl der Regen in München auch klasse war)
Mit der Eintrittskarte und dem farbigen Bänchen am Handgelenk, konnten wir also an der Schlange vorbei gehen und das Gelände betreten. Auffällig war sofort, dass kein Alkohol auf dem Gelände erlaubt war, geschweige denn verkauft wurde! Also keiner, der sich während des Konzertes ständig an einem vorbeidrängelte, um neues Bier zu holen;-) Zwei große Kräne neben der Bühne integrierten diese förmlich in das Werftgelände. Insgesamt bot sich ein imposantes Bild vom Gelände. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt und hart gearbeitet, so der Eindruck. Etwas von der Solidarnosc lag in der Luft. Zum Konzert selbst. Mal wieder ein Konzert der Sonderklasse, der Hammer.
Setlist wie in München, mit Vorstellungsrunde (Rick wird auch in Polen gebührend gefeiert), Pause und den üblichen alten Songs. Ausnahme: Wie ich mir vorher schon dachte, wurde 'A great day for freedom' gespielt, was David vorher auch ankündigte. Er wies auf 26 Jahre Solidarnosc usw. hin und ab ging die Post. Nobody is perfect, so auch die Techniker und Musiker Richard wurde bei einem Gesangspart mal der Saft fasst abgedreht, eine Gitarre war bei Fat Old Sun nicht eingeschaltet, David hatte einige Probleme mit seiner Stimme, hin und wieder verspielte sich mal jemand, usw. NA UND? Man merkte den Jungens auf der Bühne an, dass sie tierischen Spass und Lust bei diesem Auftritt hatten und dieses übertrug sich auch auf die Zuschauer. Und diejenigen hier, die meinen, sie müssten ausführlich die Fehler der Musiker breit treten oder sich sonstwie über sie lustig machen, sollten sich doch selbst mal auf eine Bühne stellen und vor so einer großen Zuschauermenge etwas zum Besten geben! Die Fehler und der Umgang mit ihnen haben sie mir alle nur sympatischer gemacht. Drei Stunden dauerte das Konzert und ich habe fast ganz vorne stehend jede einzelne Note, Nebelschwade und Laserstrahl bei sternenklarem Himmel genossen. Die Polen, die wir trafen waren alle sehr nett. Die Stadt ist absolut sehenswert. Eine unvergessliche Reise mit einem ebensolchem Konzert. |
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