Aus meinem Reisebericht "London 2019"
Am Ende des Parks beginne ich dann, mich auf das nächste highlight zu konzentrieren, von welchem man schon ab und zu die Schornsteine zwischen den Bäumen empor ragen sieht: Das berühmte Kohlekraftwerk Battersee Power Station. Dieses galt Roger Waters als ein taugliches Symbol für „Pigs“, seinem Stück über Umwelt-Verschmutzer. Hier war es, wo Pink Floyd 1977 einst ein 9 × 4,5 Meter großes Helium-befülltes, von Kabeln gehaltenes Stoffschwein zwischen den Schornsteinen steigen ließen. Die Geschichte dazu ist sehr amüsant, denn Pink Floyd engagierten extra einen Scharfschützen, der das Schwein abschießen sollte, falls es sich von den Halteseilen reißen würde, was exakt am zweiten Tag des Foto-Shootings passierte. Den Scharfschützen hatte man nur für Tag 1 engagiert, da er zu teuer war. Man wollte eine düstere Atmosphäre einfangen, aber an Tag 1 tat ihnen das Wetter den Gefallen nicht; es war herrlich sonnig. Das Schwein aber riss sich los und stieg und stieg, und der Flugverkehr wurde umgeleitet. Das Schwein landete schließlich auf einer Schafweide in Kent, wo es die Kühe eines Farmers verschreckte. Es wurde für ein drittes Shooting repariert; aber letztlich entschied man sich doch für eine Fotomontage (die man gerade hatte vermeiden wollen).
Ich komme mir ein wenig vor, als befände ich mich in Kafkas unvollendetem Roman „Das Schloss“. Je näher ich dem Kraftwerk komme, desto unsichtbarer wird es, zugebaut von hässlichen Wohnblocks, der kommerziellen Bürde, die die man ertragen muss, wenn man das Kraftwerk, das schon vom Abriss bedroht war, gerettet sehen will. Irgendwie lande ich zunächst auf dem Innenhof eines gigantischen Wohnblocks in der Größe eines Fußballfeldes. Dort treffe ich einen weißhaarigen, bärtigen Typen mit weißem Cowboyhut in Begleitung seiner Frau, die auch keinen richtigen Durchblick haben. Die wollen offenbar gar nicht so zielgerichtet zum Kraftwerk wie ich, würden hier nur ein bisschen ziellos durch die Stadt laufen, ohne irgendetwas Besonderes anzusteuern. Rechne ich dagegen, wieviel meiner auf der Wunschliste stehenden Ziele ich nicht angesteuert-, oder nicht gefunden habe, mache ich hier eigentlich einen jeden verdammten Tag exakt dasselbe. Er wäre ein Literaturprofessor aus New York, später sagt er mir auch den Namen des Instituts und den seinen; aber ich notiere es mir das nicht. Ich mache ihn gewahr, dass wir uns hier in der Nähe eines historischen Pink-Floyd-Ortes befinden; aber er ist sich dessen durchaus bewusst, will aber meinen Weg nicht mitlaufen. Kein Weg scheint da durch zu führen. Was hilft da? Sich zum Ufer zurück zu kämpfen. Schließlich frage ich doch einen Typen, was wohl der beste Weg zum Kraftwerk sei? Lauf da lang, rät er mir, bis du das Wort „Power“ an einem Durchgang siehst, und lauf dann da durch. So mache ich es. Im Durchgang selbst befindet sich der Eingang zu einer Gallery mit einer Dauerausstellung über sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kraftwerks. Da hätte ich mal reingehen können. Aus dem Tunnel kommend, betrete ich die wunderbare Welt der magischen Pink-Floyd-Orte. Da endlich steht das Ding! Es ist nicht völlig zugebaut; unten am Wasser gibt es Cafés, eine gute Sicht auf die Grosvenor Bridge und die schräg gegenüberliegende Tate Britain, eine Bootsanlegestelle inklusive einem langen Steg, der zu ihr führt, eine orangefarbene Skulptur an einem mit Wasser gefüllten Pool, und eine Grünfläche mit Liegestühlen. Dort drüben, in Pimlico, steht auch der häßliche Wohnblock, in welchem der Genesis-Gitarrist Steve Hackett aufgewachsen ist.
Das Kraftwerk ist derzeit über weite Strecken von hunderten von Gerüsten umgeben. Das sieht absolut surreal aus; gigantomanisch, und völlig überkandidelt. So richtig sieht man eigentlich nur die Schornsteine, zwischen denen dereinst das Schwein flog, und diesen oder jenen Abschnitt der aus 6 Millionen (Back-?) Steinen erbauten Wände. Die Power Station ist nicht nur umzingelt von einer gewaltigen Anzahl Wohnblocks, sondern es ist auch ganz klar, dass das Kraftwerk selbst tausende Lofts, Büros und Wohnungen erhalten wird. Überall gibt es Hinweistafeln auf das, was man hier vor hat; als auch solche, die über die Geschichte des Monsters informieren. 340 Millionen Gallonen Wasser hätte das Kraftwerk täglich verbraucht, also irgendwas in der Nähe von 1,5 Milliarden Liter; und 10.000 Tonnen Kohle. Fragt man sich bloß, wo all das Wasser wohl herkam, so eingeebnet stelle ich mir die Themse bei solchen Zahlen bereits nach dem ersten Tag der Bedarfsanwendung vor. Überall hängen hier große Fotografien mit Ansichten des Kraftwerks aus früheren Tagen, als wolle man die Einheit von Geschichte, Gegenwart und Zukunft beschwören. Am Kraftwerk, Ufer-seitig an den Pubs, treffe ich auch den amerikanischen Literaturprofessor und seine Frau wieder. Wir beginnen eine angeregte Unterhaltung. Logisch, dass diese sich um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kraftwerks dreht; um die Gigantomanie dieses Vorhabens mit den Lofts, Wohnungen und den vielen Blöcken, mit denen man die Power Station eingekreist hat. Nach und nach kommen auch andere hinzu und beteiligen sich daran.
Natürlich geht es auch um Pink Floyd und das Cover zu „Animals“. Immer wieder schauen alle nach oben, als ob es nur die geringste Aussicht darauf gäbe, dass Roger Waters wieder ein Schwein steigen lässt. Ob sich der Familienname des deutschen Fußballers Schweinsteiger wohl aus einer ähnlichen Aktion im Mittelalter ableitet? Den Balg eines Schweins konnte man ja zusammennähen und mit Luft aufblasen (damals machte man dies mit einem Blasebalg). Wahrscheinlicher ist es natürlich, dass der Namens-stiftende Vorfahr der Hüter einer Schweineherde war, und jener auf die Alm hinterher steigen musste. Als wir alle so dastehen und hinauf starren, schüttelt der Literaturprofessor melancholisch seinen Kopf und sagt schließlich, seufzend und resignativ, er befürchte, dass heute keine Schweine mehr auffliegen werden. Alle lachen. Dafür fliegen jede Menge Flugzeuge (eine andere Art von Pigs) malerisch über dem Kraftwerk umher (Look, Mummy...there's an airplane up in the sky), was mir natürlich Stoff für zahlreiche Fotos bietet. Goodbye, Blue Sky. Einen der Typen bitte ich, mit meiner Kamera ein paar Fotos von mir am Kraftwerk zu schießen, was er auch bereitwillig tut. Ich überlege kurz, ob ich mir hier in den Pubs einen Tee gönnen soll, aber allzu lange habe ich hier schon herumgestanden. Also studiere ich noch die am Bauzaun hängenden Erklär-Tafeln und bewundere die historischen Fotos, aber breche dann auf mit dem Ansinnen, einmal rund um das Kraftwerk zu laufen. Wer weiß schon, aus welcher Perspektive sich die besten Fotos ergeben werden. Vielleicht sind ja hinten keine weißen Vorhänge als Staub- und Geröllschutz angebracht, welche mir hier vorn den Blick auf das Kraftwerk verdecken? Ich nehme es vorweg: Natürlich nicht!
In der Nähe steht auch ein Shuttle Bus, der kostenlose Rundfahrten um das Gelände anbietet. Kein Fahrer zu sehen; auch keine anderen Interessenten. Ich habe sowieso nicht schon wieder Lust auf so eine Bus-Tour; und ich will mir das Gelände selbst erlaufen. Also weiter gehts; und in den Gläsern der nahestehenden Neubauten ergeben sich herrliche Spiegelungen, besonders mit den Schornsteinen des Kraftwerks. Als ich sozusagen an der Kehre, also den hinten stehenden beiden Schornsteinen angelangt bin, erschließt sich mir der ganze Wahnsinn dieses Projektes. Plötzlich bin ich verloren in einer Mondlandschaft auf Erde und Sand und mit einer betonierten Straße hindurch, die für die Baufahrzeuge, die aus allen Richtungen mit Neubauten kommen, mit Ampeln versehen ist. Einmal muss ich sogar ziemlich lange warten, ehe das letzte der Baufahrzeuge aus der Ausfahrt heraus gerollt ist. Ich bin der einzige Verrückte, der dann noch hier hindurch will. Es ist ein dermaßen gigantisches Projekt mit hunderten Kränen, halbfertigen Betonburgen, Gruben und Absperrungen, dass ich mich echt verloren darin fühle. Aber gute Industrial-Motive hier allenthalben; auch bekomme ich endlich das Kraftwerk in seiner Gesamtheit mit allen vier Schloten aufs Bild. Dann suche ich mir meinen Weg aus den Wohnblocks an das Themseufer, was schier unmöglich erscheint. Als Orientierung habe ich nur noch die 4 Schlote des Kraftwerks, keine Tate Britain am anderen Ufer, keinen eingerüsteten Big Ben, da ist gar nichts mehr. Ich folge der betonierten Straße bekomme aber Angst, dass sie mich an das andere Ufer, also rüber nach Pimlico, bringt.
Am Ende des Parks beginne ich dann, mich auf das nächste highlight zu konzentrieren, von welchem man schon ab und zu die Schornsteine zwischen den Bäumen empor ragen sieht: Das berühmte Kohlekraftwerk Battersee Power Station. Dieses galt Roger Waters als ein taugliches Symbol für „Pigs“, seinem Stück über Umwelt-Verschmutzer. Hier war es, wo Pink Floyd 1977 einst ein 9 × 4,5 Meter großes Helium-befülltes, von Kabeln gehaltenes Stoffschwein zwischen den Schornsteinen steigen ließen. Die Geschichte dazu ist sehr amüsant, denn Pink Floyd engagierten extra einen Scharfschützen, der das Schwein abschießen sollte, falls es sich von den Halteseilen reißen würde, was exakt am zweiten Tag des Foto-Shootings passierte. Den Scharfschützen hatte man nur für Tag 1 engagiert, da er zu teuer war. Man wollte eine düstere Atmosphäre einfangen, aber an Tag 1 tat ihnen das Wetter den Gefallen nicht; es war herrlich sonnig. Das Schwein aber riss sich los und stieg und stieg, und der Flugverkehr wurde umgeleitet. Das Schwein landete schließlich auf einer Schafweide in Kent, wo es die Kühe eines Farmers verschreckte. Es wurde für ein drittes Shooting repariert; aber letztlich entschied man sich doch für eine Fotomontage (die man gerade hatte vermeiden wollen).
Ich komme mir ein wenig vor, als befände ich mich in Kafkas unvollendetem Roman „Das Schloss“. Je näher ich dem Kraftwerk komme, desto unsichtbarer wird es, zugebaut von hässlichen Wohnblocks, der kommerziellen Bürde, die die man ertragen muss, wenn man das Kraftwerk, das schon vom Abriss bedroht war, gerettet sehen will. Irgendwie lande ich zunächst auf dem Innenhof eines gigantischen Wohnblocks in der Größe eines Fußballfeldes. Dort treffe ich einen weißhaarigen, bärtigen Typen mit weißem Cowboyhut in Begleitung seiner Frau, die auch keinen richtigen Durchblick haben. Die wollen offenbar gar nicht so zielgerichtet zum Kraftwerk wie ich, würden hier nur ein bisschen ziellos durch die Stadt laufen, ohne irgendetwas Besonderes anzusteuern. Rechne ich dagegen, wieviel meiner auf der Wunschliste stehenden Ziele ich nicht angesteuert-, oder nicht gefunden habe, mache ich hier eigentlich einen jeden verdammten Tag exakt dasselbe. Er wäre ein Literaturprofessor aus New York, später sagt er mir auch den Namen des Instituts und den seinen; aber ich notiere es mir das nicht. Ich mache ihn gewahr, dass wir uns hier in der Nähe eines historischen Pink-Floyd-Ortes befinden; aber er ist sich dessen durchaus bewusst, will aber meinen Weg nicht mitlaufen. Kein Weg scheint da durch zu führen. Was hilft da? Sich zum Ufer zurück zu kämpfen. Schließlich frage ich doch einen Typen, was wohl der beste Weg zum Kraftwerk sei? Lauf da lang, rät er mir, bis du das Wort „Power“ an einem Durchgang siehst, und lauf dann da durch. So mache ich es. Im Durchgang selbst befindet sich der Eingang zu einer Gallery mit einer Dauerausstellung über sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kraftwerks. Da hätte ich mal reingehen können. Aus dem Tunnel kommend, betrete ich die wunderbare Welt der magischen Pink-Floyd-Orte. Da endlich steht das Ding! Es ist nicht völlig zugebaut; unten am Wasser gibt es Cafés, eine gute Sicht auf die Grosvenor Bridge und die schräg gegenüberliegende Tate Britain, eine Bootsanlegestelle inklusive einem langen Steg, der zu ihr führt, eine orangefarbene Skulptur an einem mit Wasser gefüllten Pool, und eine Grünfläche mit Liegestühlen. Dort drüben, in Pimlico, steht auch der häßliche Wohnblock, in welchem der Genesis-Gitarrist Steve Hackett aufgewachsen ist.
Das Kraftwerk ist derzeit über weite Strecken von hunderten von Gerüsten umgeben. Das sieht absolut surreal aus; gigantomanisch, und völlig überkandidelt. So richtig sieht man eigentlich nur die Schornsteine, zwischen denen dereinst das Schwein flog, und diesen oder jenen Abschnitt der aus 6 Millionen (Back-?) Steinen erbauten Wände. Die Power Station ist nicht nur umzingelt von einer gewaltigen Anzahl Wohnblocks, sondern es ist auch ganz klar, dass das Kraftwerk selbst tausende Lofts, Büros und Wohnungen erhalten wird. Überall gibt es Hinweistafeln auf das, was man hier vor hat; als auch solche, die über die Geschichte des Monsters informieren. 340 Millionen Gallonen Wasser hätte das Kraftwerk täglich verbraucht, also irgendwas in der Nähe von 1,5 Milliarden Liter; und 10.000 Tonnen Kohle. Fragt man sich bloß, wo all das Wasser wohl herkam, so eingeebnet stelle ich mir die Themse bei solchen Zahlen bereits nach dem ersten Tag der Bedarfsanwendung vor. Überall hängen hier große Fotografien mit Ansichten des Kraftwerks aus früheren Tagen, als wolle man die Einheit von Geschichte, Gegenwart und Zukunft beschwören. Am Kraftwerk, Ufer-seitig an den Pubs, treffe ich auch den amerikanischen Literaturprofessor und seine Frau wieder. Wir beginnen eine angeregte Unterhaltung. Logisch, dass diese sich um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kraftwerks dreht; um die Gigantomanie dieses Vorhabens mit den Lofts, Wohnungen und den vielen Blöcken, mit denen man die Power Station eingekreist hat. Nach und nach kommen auch andere hinzu und beteiligen sich daran.
Natürlich geht es auch um Pink Floyd und das Cover zu „Animals“. Immer wieder schauen alle nach oben, als ob es nur die geringste Aussicht darauf gäbe, dass Roger Waters wieder ein Schwein steigen lässt. Ob sich der Familienname des deutschen Fußballers Schweinsteiger wohl aus einer ähnlichen Aktion im Mittelalter ableitet? Den Balg eines Schweins konnte man ja zusammennähen und mit Luft aufblasen (damals machte man dies mit einem Blasebalg). Wahrscheinlicher ist es natürlich, dass der Namens-stiftende Vorfahr der Hüter einer Schweineherde war, und jener auf die Alm hinterher steigen musste. Als wir alle so dastehen und hinauf starren, schüttelt der Literaturprofessor melancholisch seinen Kopf und sagt schließlich, seufzend und resignativ, er befürchte, dass heute keine Schweine mehr auffliegen werden. Alle lachen. Dafür fliegen jede Menge Flugzeuge (eine andere Art von Pigs) malerisch über dem Kraftwerk umher (Look, Mummy...there's an airplane up in the sky), was mir natürlich Stoff für zahlreiche Fotos bietet. Goodbye, Blue Sky. Einen der Typen bitte ich, mit meiner Kamera ein paar Fotos von mir am Kraftwerk zu schießen, was er auch bereitwillig tut. Ich überlege kurz, ob ich mir hier in den Pubs einen Tee gönnen soll, aber allzu lange habe ich hier schon herumgestanden. Also studiere ich noch die am Bauzaun hängenden Erklär-Tafeln und bewundere die historischen Fotos, aber breche dann auf mit dem Ansinnen, einmal rund um das Kraftwerk zu laufen. Wer weiß schon, aus welcher Perspektive sich die besten Fotos ergeben werden. Vielleicht sind ja hinten keine weißen Vorhänge als Staub- und Geröllschutz angebracht, welche mir hier vorn den Blick auf das Kraftwerk verdecken? Ich nehme es vorweg: Natürlich nicht!
In der Nähe steht auch ein Shuttle Bus, der kostenlose Rundfahrten um das Gelände anbietet. Kein Fahrer zu sehen; auch keine anderen Interessenten. Ich habe sowieso nicht schon wieder Lust auf so eine Bus-Tour; und ich will mir das Gelände selbst erlaufen. Also weiter gehts; und in den Gläsern der nahestehenden Neubauten ergeben sich herrliche Spiegelungen, besonders mit den Schornsteinen des Kraftwerks. Als ich sozusagen an der Kehre, also den hinten stehenden beiden Schornsteinen angelangt bin, erschließt sich mir der ganze Wahnsinn dieses Projektes. Plötzlich bin ich verloren in einer Mondlandschaft auf Erde und Sand und mit einer betonierten Straße hindurch, die für die Baufahrzeuge, die aus allen Richtungen mit Neubauten kommen, mit Ampeln versehen ist. Einmal muss ich sogar ziemlich lange warten, ehe das letzte der Baufahrzeuge aus der Ausfahrt heraus gerollt ist. Ich bin der einzige Verrückte, der dann noch hier hindurch will. Es ist ein dermaßen gigantisches Projekt mit hunderten Kränen, halbfertigen Betonburgen, Gruben und Absperrungen, dass ich mich echt verloren darin fühle. Aber gute Industrial-Motive hier allenthalben; auch bekomme ich endlich das Kraftwerk in seiner Gesamtheit mit allen vier Schloten aufs Bild. Dann suche ich mir meinen Weg aus den Wohnblocks an das Themseufer, was schier unmöglich erscheint. Als Orientierung habe ich nur noch die 4 Schlote des Kraftwerks, keine Tate Britain am anderen Ufer, keinen eingerüsteten Big Ben, da ist gar nichts mehr. Ich folge der betonierten Straße bekomme aber Angst, dass sie mich an das andere Ufer, also rüber nach Pimlico, bringt.
