Rogers politische Aktivitäten

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    • @boernix

      Tssss, eben eine typische Antisemitin! :read: :kaffee:
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      Ähmmmmm, ach ne, .... Mooooooooo-ment .... die ist ja selber ne Jüdin...! =O
      Na dann darf sie das ja: Es ist eben nur jeder Andere ein verabscheungswürdiger Antisemit, der es zwar genauso sieht, nur eben kein Jude ist... Logisch! :S
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • @SpaceCowboy

      Ich habe festgestellt, dass leider keine wirkliche Diskussion möglich ist mit denen, die Waters oder seinen Fans pauschal Judenhass vorwerfen.

      Am Ende bleiben immer zwei Argumente übrig, einmal Rogers Meinung zur israelischen Politik und dann natürlich der Davidsstern auf dem Schwein (und die leicht mißzuverstehende Inszenierung in der The Wall Show bei "In the Flesh").

      Ich persönlich teile Waters Vergleich von Israel mit Südafrika in den 70ern und 80ern nicht und verurteile auch Bands wie Radiohead nicht, die in Israel auftreten (während ich Queen z.B. nicht verzeihe, dass sie Mitte der 80er in Sun City gespielt haben für eine Riesengage).

      Meine persönliche Meinung ist, dass Israelis und Palästinienser leider überwiegend von Fanatikern geleitet werden. Eine Ausnahmeerscheinung wie der ehemalige Präsident Rabin wurde bekanntlich für seine Friedensbemühungen ermordet. Ich habe Israel 1985 und 1987 zweimal besucht, beim ersten Mal war ich drei Wochen dort mit meiner Schule. Damals haben wir vorher fast ein halbes Jahr lang ausschließlich den Nahostkonflikt in Geschichte besprochen. Inzwischen sind beinahe 35 weitere Jahre vergangen, ohne dass sich irgend etwas auf einer der beiden Seiten getan hätte. Und daran sind die Israelis genauso schuld wie die Palästinenser. Ich liebe das Land und ich glaube auch, dass in diesem kleinen Gebiet Christen, Juden und Muslime friedlich leben könnten. Ich bin ganz sicher der Meinung, dass sich Israel verteidigen darf. Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich nach der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. unter Titus bekanntlich die Juden in aller Welt verstreut haben. Danach war das Land für fast 2000 Jahre erst in christlicher, dann zunehmend in osmanischer, also türkisch-muslimischer Hand. Die Juden sind erst durch die zionistische Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts und dann natürlich vermehrt nach dem Holocaust zurückgekehrt. Zu behaupten, Israel gehöre ausschließlich der jüdischen Bevölkerung, halte ich geschichtlich betrachtet für falsch. Umgekehrt darf nicht jede Kritik an der israelischen Politik gleichgesetzt werden mit Antisemitismus. Das halte ich für ein Totschlagargument.

      Und wenn man aber die Geschichte des fliegenden Schweines und von The Wall differenziert darstellt, bleibt erst Recht nichts übrig, was man als "Judenhass" bezeichnen dürfte. Das ist etwa so sinnvoll, wie wenn man zwei, drei Szenenfotos aus "Der große Diktator" veröffentlichte und Charlie Chaplin aufgrund dessen als Anhänger der Nazis bezeichnen würde. Im Prinzip beruht der Ärger ja auf einem semantischen Mißverständnis. Es heißt nun Mal im Englischen "if pigs could fly". Auf nichts anderem beruht ja ursprünglich der Gag mit dem fliegenden Schwein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es in England oder den USA meines Wissens bei weitem nicht so viel Aufregung um Waters gibt, obwohl in England fast drei Mal so viele Jude leben wie in Deutschland und in den USA sogar mehr als in Israel. Wenn das Sprichwort doch bloß "cows" oder "elephants" hiesse, gäbe es wahrscheinlich weniger Aufregung.

      Anlässlich der "The Wall" Tour wurde argumentiert (war damals ein Beitrag in 3Sat): Nicht nur der Davidstern auf dem Schwein ist antisemitisch, sondern auch das Dollarzeichen, die Muschel von "Shell" und der Mercedesstern (Symbole des Kapitalismus, der Jude als Zerrbild des Kapitalismus), ja sogar "Hammer und Sichel" (Marx war Jude und hat den Kommunismus erfunden). Heute nennt man eine solche Verzerrung der Realität "Fake News" und wirft sie der amerikanischen Rechten und Trump vor oder bei uns Unsympathen wie Beatrix von Storch.

      Ich bin - wie anfangs erwähnt - offen für Diskussionen und teile Waters Meinung zu Israel nicht. Aber ich warte seit Jahren auf eine intelligente Gegenposition, die über den Vorwurf "Judenhasser" hinausgeht.
      PINK FLOYD 20.06.1989, Frankfurt
      ROGER WATERS 18.05.2002, Köln * 16.04.2007, Köln * 08./09.04.2011, Arnheim * 03.06.2011, Mannheim * 01.07.2011, Paris * 06.09.2013, Düsseldorf * 21.09.2013, Paris * 11.06.18, Köln
      DAVID GILMOUR 18.03.2006, Frankfurt * 19.09.2015, Oberhausen
    • Rufus_The_Dog schrieb:

      Ich bin - wie anfangs erwähnt - offen für Diskussionen und teile Waters Meinung zu Israel nicht. Aber ich warte seit Jahren auf eine intelligente Gegenposition, die über den Vorwurf "Judenhasser" hinausgeht.
      Danke für Deinen - aus meiner Sicht - hervorragenden Beitrag zu diesem kontroversen Thema! :klatsch:
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • siehste, und ich teile Waters Meinung im Großen und Ganzen, aber er tut es im Namen der BDS.

      Viele der BDS Gründer und Aktivisten sind gegen eine zwei Staaten Lösung und gegen das Selbstbestimmungsrecht Israels. Wollen nicht nur Westjordanland und den Gazastreifen von der israelischen Besetzung befreit sehen, sondern die gesamte Gegend, also auch Israel an sich. Ebenfalls kooperiert die BDS mit Palästinensern die Anschläge verüben. DAS ist das Problem, und nicht dass man gegen die Politik Israels ist. Die BDS ist antisemitisch, ob das dann auch automatisch alle deren Mitglieder sind, kann ich nicht beurteilen.

      Man ist ja auch kein Nazi, wenn man ein Problem mit schwerst kriminellen Ausländer hat. Ist man aber gegen dieses Ausländer, äußert dies im Namen der NPD, muss man sich den Nazi Vorwurf gefallen lassen.

      Es wird ja immer nach Differenzierung verlangt. Keiner hier kritisiert Waters Haltung zu Israel, die kann man haben und hab ich so zum Teil auch. Keiner hier behauptet, dass man mit dieser Meinung Judenhasser sei. In wessen Namen er das tut, und das damit noch viel mehr zusammenhängt, das muss berücksichtigt werden.
    • @MickFi

      Das kann ich nachvollziehen.
      PINK FLOYD 20.06.1989, Frankfurt
      ROGER WATERS 18.05.2002, Köln * 16.04.2007, Köln * 08./09.04.2011, Arnheim * 03.06.2011, Mannheim * 01.07.2011, Paris * 06.09.2013, Düsseldorf * 21.09.2013, Paris * 11.06.18, Köln
      DAVID GILMOUR 18.03.2006, Frankfurt * 19.09.2015, Oberhausen
    • Die Öffentlich-Rechtlichen scheinen ihren "Waters-Boykott" ernsthaft weiter durchzuziehen.

      Ich hab auf meinem Medien-PC eine Software laufen, die ständig im Hintergrund die EPGs aller Sender nach vorgegebenen Stichwörten scannt und mir automatisch Aufnahmetimer erstellt.
      Am letzten Wochenende fiel mir dort der folgende Timer auf:
      MDR Kultur EPG1.jpg

      "Oh, interessant" dachte ich mir und hab mal die Beschreibung aufgerufen, "Hm, komisch":
      MDR Kultur EPG.png

      Daraufhin mal online beim Sender in die Programmvorschau geguckt. Noch komischer... :D :
      MDR Kultur Programm.png

      Am Montagabend lief dann ab 19:30 eine Jazz-Sendung, wahrscheinlich vorproduziert, mit dem Hinweis am Ende, daß nach den Nachrichten Live-Musik von Roger Waters und Pink Floyd folgt. Gesendet wurde dann doch DeepPurple.

      Meine Nachfrage per Mail nach den Gründen blieb bisher unbeantwortet.

      Offensichtlich hat hier wohl jemand aus der Redaktion kalte Füße bekommen und Hals über Kopf kurzfristig eine Programmänderung veranlasst.