Rogers politische Aktivitäten

    • corporal clegg schrieb:


      R.W. ist nun mehr nur noch eine Projektionsfläche für Meinungsmache in eine Richtung.

      Interessant, dass du das sagst. Ich denke das Gleiche, nur frage ich mich wer hat ihn zu dem gemacht? Medien? Er sich selbst? Ich denke es ist ne Mischung aus beidem. Ob er damit zufrieden sein kann, weiß ich nicht.
      :drummer: :Git: Like us on Facebook: Access2music.de :Git: :drummer:
    • Ich habe persönlich überhaupt kein Problem damit, wenn:
      • man Israel in Schutz nimmt
      • man gegen Antisemitismus kämpft
      • man den BDS ablehnt
      • man kritisch zu den Sympathisanten des BDS steht
      • man Boykott als legitimes Mittel grundsätzlich ablehnt
      • man glaubt, dass es bessere Alternativen gibt
      • man Befüchtungen hat, dass es im BDS auch antisemitische Tendenzen gibt oder einige Befürworter den Staat Israel sogar vernichten wollen
      • man Terrorgruppen wie die HAMAS verabscheut
      • man Roger Waters auf diese Probleme anspricht und Antworten fordert
      • man glaubt, dass ein Boykott ein zu "hartes Mittel" ist (obwohl es ja kein staatlich verordneter, sondern nur ein freiwilliger Boykott ist, der damit nie wirklich hart ausfällt)
      • man Roger Waters mit eigenen Aussagen konfrontiert und kritisch nachfragt,


      aber ich habe ein Problem damit, wenn man - nur um seine eigenen Interessen durchzusetzten -
      • Halbwahrheiten verbreitet
      • Lügen benutzt
      • Übertreibungen einsetzt
      • Dinge bewusst falsch interpretiert und berichtet
      • die Menschen mit falschen Fakten versorgt
      • Kritiker verunglimpft, beleidigt und zu Unrecht deren Ruf schädigt
      • den Anschein verbreitet, dass in Israel keine Fehler begangen werden
      • Fehler der israelischen Politik verharmlost / verschweigt / leugnet
      • und jeden versucht mit dem Stigma 'Antisemit' zu belasten, der sich kritisch zur Politik äußert
      • stilistische Mittel wie "wirres Gerede" benutzt, statt wörtlich zu zitieren und die Menschen damit nicht informiert, sondern Meinung macht
      Das Waters eine Projektionsfläche für letztere Aufzählung liefert ist klar (und ich glaube auch, dass er damit ganz gut leben kann), aber warum fällt es so schwer SACHLICH gegen ihn oder seine Überzeugungen hinsichtlich der Rechte der Palästinenser zu argumentieren? Liegt das daran, dass man zu wenig Argumente hat, sich der von Waters angesprochenen Problematik sogar insgeheim bewusst ist, man daran aber nichts ändern will, und auch nicht will, das darüber eine breitere Diskussion entbrennt?

      Diese Frage habe ich mir bereits beantwortet!

      [Ich persönlich unterstütze den BDS übrigens nicht - genau wegen der möglichen negativen Unterwandungen.]
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • Neccropole schrieb:

      aber warum fällt es so schwer SACHLICH gegen ihn oder seine Überzeugungen hinsichtlich der Rechte der Palästinenser zu argumentieren? Liegt das daran, dass man zu wenig Argumente hat, sich der von Waters angesprochenen Problematik sogar insgeheim bewusst ist, man daran aber nichts ändern will, und auch nicht will, das darüber eine breitere Diskussion entbrennt?
      Weil viele reflexhaft Kritik am politischen handeln des Staates Israel, mit einer Kritik an den Staat Israel gleichsetzen und das Akzeptieren eines palästinensischen Existenzrecht mit Inakzeptanz des israelischen existenzrecht gleichsetzen - ich glaube das ist die Quintessenz bzw. Barriere (Wall - passender Weise), die sich dich diese Menschen aufgebaut haben.
      Ich stehe ebenso der BDS auch kritisch gegenüber, obwohl ich den Gründungsgedanken gut nachvollziehen kann - geht mir übrigens ähnlich mit der "Linken Sammlungsbewegung".
    • Corporal Clegg schrieb:

      obwohl ich den Gründungsgedanken gut nachvollziehen kann
      Kann man sich wirklich darüber wundern, dass sich Menschen gegen Besetzung / Unterdrückung / unrechtmäßige Inbesitznahme von Land / abgrenzendem Mauerbau etc. aktiv zur Wehr setzten - leider auch irgendwann mit falschen, problematischen oder gewalttätigen Mitteln? Ich glaube bedauerlicherweise nicht. Es ist wohl unvermeidlich.

      Aus meiner Sicht ist Israel hier in der Verantwortung aktiv nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen und sinnvolle, akzeptable Vorschläge zu machen. Warum: Nun Israel hat vor Ort die Macht und bestimmt die Politik. Israel ist die wirtschaftlich und militärisch eindeutig stärkere Nation. Es gab sogar mal eine Zeit wo dies geschehen ist - damals waren die Palästinenser stur und uneinsichtig. Das war ebenfalls ein Fehler! Aber erschossen wurde Jitzchak Rabin damals nicht von einem Palästinenser, sondern von einem israelischen Jurastudent rechtsextremer, religiös-fanatischer Überzeugung. Leider gibt es schon seit Jahren keinerlei Versuche mehr hier zu einer Lösung zu kommen - im Gegenteil: Man versucht durch Siedlungsbau Fakten zu schaffen, die einer Lösung immer weiter entgegenstehen... Stolz sollte darauf niemand sein...
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • Übrigens hat Roger Waters bei seinen Konzerten in Oslo während der Pause die norwegische Crew des Flotilla-Hilfsschiffes begrüßt, die von Isreal zunächst festgenommen wurde - das hat er den Norwegern bei den Konzerten berichtet.

      Man darf sich gerne mal diesen Artikel durchlesen, der beispielhaft für das steht, was dort vor Ort schief läuft:

      Israel kapert Hilfsschiff
      Erstes Boot der »Freedom Flotilla« auf seinem Weg zum Gazastreifen von Kriegsschiffen abgefangen
      Von Gerrit Hoekman

      Die »Al-Awda« (Die Rückkehr), das unter norwegischer Flagge fahrende Schiff der »Freedom Flotilla 2018«, ist am Sonntag von der israelischen Marine gekapert worden. »Die Aktion endete ohne außergewöhnliche Ereignisse«, teilte das Militär in einer Erklärung mit, wie das Onlineportal The New Arab berichtete. Israel schleppte das Boot in den Hafen von Aschdod. Die Attacke fand nach Angaben der Aktivisten 49 Seemeilen vor der palästinensischen Küste statt – in internationalen Gewässern.
      Al-Awda und zwei andere Schiffe waren auf dem Weg von Sizilien nach Gaza in der Absicht, die Seeblockade zu durchbrechen, die Israel seit über zehn Jahren völkerrechtswidrig über den schmalen Küstenstreifen in Palästina verhängt hat. Die Flotte hat dringend benötigte Medikamente an Bord. Die Awda sollte Fischern in Gaza übergeben werden.
      »Die israelische Marine beschuldigte uns, internationales Recht zu verletzen, und drohte damit, ›jede Maßnahme‹ zu ergreifen, die notwendig wäre, uns zu stoppen«, heißt es auf der Internetseite der Organisation Freedom Flotilla. Es seien einige Kriegsschiffe aufgetaucht, teilten die Menschenrechtler am Sonntag mit. Widerstand sei zwecklos gewesen. An Bord befinden sich 22 Menschen aus 16 Nationen. Deutsche sind soweit bekannt nicht darunter.
      Das »National Committee for Breaking the Siege« hatte die Bewohner von Gaza aufgefordert, die Flotte am Kai zu begrüßen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete. Doch im Laufe des Sonntags verlor das Komitee offenbar den Kontakt zur Awda. Der Menschenrechtler Mike Treen aus Neuseeland setzte in einem Video über das Internet einen Hilferuf ab: »Al-Awda und die Teilnehmer sind heute in internationalen Gewässern von israelischen Militärkräften gekidnappt worden.«
      Treen forderte Neuseelands Außenminister Winston Peters auf, dafür zu sorgen, dass alle Passagiere freigelassen und die Hilfsgüter im Wert von ungefähr 13.000 Euro nach Gaza gebracht werden. An Bord befinden sich auch zwei israelische Staatsbürger. Einer von ihnen ist Yonatan Shapira, ein ehemaliger Hubschrauberpilot der Luftwaffe.
      Laut dem Sender Al-Dschasira versichert die israelische Armee in einer Erklärung, die Hilfsgüter nach Gaza zu liefern. Was aus dem Schiff wird, ist allerdings unklar. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman etwa will die erbeuteten Schiffe verkaufen, wie er schon vor einigen Wochen erklärte. Der Erlös soll in einen Fonds für die Opfer palästinensischer Anschläge fließen. Ein Gericht hatte das Vorgehen vor ein paar Tagen für rechtens erklärt. Das zweite Schiff, die schwedische »Freedom«, wird voraussichtlich am heutigen Dienstag auf die israelische Marine treffen. Die schnellere Awda war den anderen beiden vorausgeeilt.
      Laut Al-Dschasira gibt es rund 4.000 Fischer und 1.000 Boote in Gaza. Durch die Blockade dürfen sie nur bis zu sechs Seemeilen vor der Küste fischen. Mehr gesteht ihnen Israel nicht zu. »Die Blockade ist eine solch krasse Verletzung des Völkerrechts, dass sie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit genannt werden kann«, zitierte The New Arab bereits vor dem Ablegen in Palermo Mikkel Grüner, der im norwegischen Bergen für die Sozialisten im Stadtrat sitzt.
      Unterdessen baut Israel an einer künstlichen Barriere auf See, die von Schiffen und Booten nicht mehr überwunden werden kann. »Das ist die einzige Barriere auf der Welt, die effektiv blockiert, von See aus nach Israel einzudringen«, sagte Verteidigungsminister Lieberman Ende Mai laut der türkischen Zeitung Daily Sabah.
      Wenige Stunden bevor die israelische Marine auf hoher See das Flaggschiff der Flotte aufbrachte, warf die Luftwaffe Bomben auf Gaza. Wie Maan meldete, starben dabei zwei junge Männer im Alter von 24 Jahren. Sie gehörten der marxistischen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) an. Die Organisation verurteilte den Angriff. An der Grenzanlage zwischen Gaza und Israel starben am Freitag drei Palästinenser, als die israelische Armee das Feuer eröffnete. Palästinensischen Quellen zufolge sind seit Ende März mehr als 140 Menschen bei Protesten in dem abgeriegelten Küstenstreifen getötet worden.
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • Hajo schrieb:

      Ob ein Boykott Israels wirklich der richtige Weg ist, scheint auch mir fraglich zu sein. Gut, es schafft sicherlich Aufmerksamkeit,
      Nicht nur Aufmerksamkeit - inzwischen ist diese Bewegung für Isreal einfach sehr ärgerlich, weil sie den Ruf des Landes und die Regierungspolitik strapaziert.

      Roger Waters hat Lana Del Rey versucht dazu zu bewegen auf ihren bevorstehenden Auftritt in Israel zu verzichten und dabei diesen Artikel des britischen Guardian verlinkt. Ein solcher oder ähnlicher Artikel wird in der WELT, der BILD oder anderer Springer-Medien ganz sicher nie zu lesen sein. Hier wird deutlich, wie ärgerlich die Bewegung inzwischen für Israel und seine konservative Politik ist. Insofern ist die Bewegung wohl inzwischen für Israels Politik zu einem echten Problem geworden. Kein Wunder, warum man so vehement dagegen vorgeht...

      Waters wörtlich:

      Hey Lana Del Rey - Thank you for responding to my post. Though I regret your decision to play at Meteor Festival - פסטיבל מטאור, I am glad that you at least seem open to having a conversation. There’s an article that came out in The Guardian last week that you might find interesting, here is a link, please give it a read and let me know what you think. Also please, please, do take the time to go and see conditions in the West Bank and/or Gaza for yourself, it is a devastating experience, shocking beyond all imagination.
      Love
      Roger Waters
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • Die Leiterin des 'Nobel Peace Centers' Liv Tørres zum Besuch von Roger Waters in ihrem Blog:

      Roger Waters And Vera Lynn

      “I’m just a simple rock ‘n roller,” he says, after talking about Palestine, the U.S., Syria and the state of the world. We’re at the Nobel Peace Center, in what is fair to call an intimate gathering, with the music-, singer- and composer-legend Roger Waters. He doesn´t do these things often, but here we are, discussing politics with a rock ‘n roller.

      Waters has spent his whole life fighting authoritarian systems and wars – with legendary music, I might add. Music engraved in people’s repertoire, with lyrics that many of us know by heart. How often have you caught yourself singing “we don’t need no education” out of the blue? From his days in Pink Floyd up until today, he has managed to keep his political views alive through music and text. He’s an important voice of our time. Not only because of his music, but because he has the courage and strength to not go quietly. He doesn’t “go high” when others “go low”. When others go low, he shouts louder and clearer. During his concerts, he uses powerful and symbolic special effects, such as balloons, flying pigs and digital art – all planned and executed with perfection. And he spares no one, targeting political groups and religion all the same. Where some of us might have preferred to use different methods, Waters use his artistic freedom exactly the way he wants.

      Some people are protesting Waters´ views on U.S. politics. Some don’t like him because of his views on Syria and White Helmets, others because of Palestine and Israel. Some argue he’s an anti-Semite, and others claim that he’s the Palestinians’ only hope. And then there are those who voice their disappointment about welcoming Waters to the Nobel Peace Center. Our Center is the public face of the Nobel Peace Prize. Our mandate is to put relevant issues for peace on the agenda, through debates, speeches and events. Do we have to agree with everyone visiting the Nobel Peace Center? No. And there are, without a doubt, people who have visited our Center that I’ve disagreed with on more points than what I do with Roger Waters. But if we should only accept speakers we agree with, we would be a boring center. More importantly, we wouldn’t advance peace-building or engage people on issues that might help us move forward and create positive change. Platforms like ours cannot be used only for those we agree with. That would leave us with a world of uninformed people, meaningless debates or debates where we only shoot at each other from our respective echo chambers on the internet and through social media. We need more than that, and particularly in the current, political climate. Plus, Waters already has a platform developed over decades with millions of listeners. This is our chance to talk to him and ask proper questions.

      So, here we are at the Nobel Peace Center. Waters outlines his upbringing, background and his life-long political missions. He’s angry about the billions of U.S. dollars spent annually on the military machine, whilst people are starving. He’s angry about fences and walls being built to separate people, and the tendency of leaders to blame “the others” in order to enrich themselves. The election of Donald Trump made him angrier. “A call for action and resistance,” he says. Waters has been angry about the Israeli occupation and the blockade for years. It has nothing to do with anti-Semitism, he says, but he reacts to the actions of the Israelis and Israeli state. His arguments are about basic human rights and why we don´t see the plight of the Palestinians in the same light as other civilians. So, what should other artists do? He thinks it’s the responsibility of all artists to take a conscious stand on human rights and occupation, and that the principles we hold should be valid in all settings.

      Not all artists aim to be political. But to pretend that art and music is apolitical is to say that their work is not making an imprint. Music and art reflects society and communicates back to society, thereby making a political statement, one way or another. We may not like it, but that’s the effect of art and music. It doesn’t mean that including political statements in songs or art automatically equals high quality, but Waters has it both: strong, political statements and good music, and he doesn’t shy away from neither. He shares his political opinions loud and clear, and you may not agree with him, but it’s after all easier to relate to and more refreshing than those who pretend that their politics is something else than political.

      We don’t see eye to eye on the situation in Syria. He disagrees with my narrative that there was a popular uprising in 2011, he believes that there was no chemical attack in Douma, and that the White Helmets is an international operation created by the West. All of this goes against my image of the White Helmets’ rescue work having followed the conflict relatively close and been actively involved in providing humanitarian aid to Syria for years. Yet, surely his criticism of Israel must be similarly tough for Israelis to hear. And his criticism of U.S. politics may be heavy for some Americans. Disagreeing is not dangerous. It is the basis of democracy. It also creates a common responsibility to engage in debate, listen and sometimes adjust views. And the ability to do all that deserves respect. Roger Waters has my respect: for his life-long commitment to creating fantastic music, for his political engagement, for not giving up, for discussing properly and listening when encountering disagreement, for asking me to provide him with more documentation, and for being able to say; “If I am wrong, I will be the first to say so.”

      At the concert, the evening after our talk, he refers to the inspirational evening at the Nobel Peace Center and asks the audience; “Does anybody here remember Vera Lynn…?” Maybe it takes a “simple rock ‘n roller” to remind us.

      Liv Tørres

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      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)
    • Nachdem Roger Waters im Rahmen seiner BDS Aktivitäten zunächst Lana Del Rey aufgefordert hatte, nicht auf einem Festival in Israel aufzutreten und sie diesen Wunsch zunächst abgelehnt hatte, um "Musik für beide Seiten" zu machen, hat sie sich nun doch entschieden dort nicht aufzutreten. Sie hatte zuvor die Veranstalter gebeten auch den Palästinensern Zutritt zu diesem Festival zu gewähren, was von den Behörden vor Ort abgelehnt worden ist.

      Nun hat Waters den letzten Hauptakt des 'Meteor' Festivals Kamasi Washington ebenfalls aufgefordert dort nicht aufzutreten und hat dazu ein kurzes Gedicht veröffentlicht, welches er kürzlich geschrieben hat, als ein Scharfschütze des israelischen Armee Ende April den 14 Jahre alten, protestierenden palästinensischen Jungen Muhamad Ayub durch einen Kopfschuß getötet hatte.

      M.jpg

      Hier sein Gedicht - mit Übersetzung:

      A few weeks ago when I was touring in Northern Italy, an IDF sniper killed Muhamad Ayub who was 14 years old and peacefully protesting.

      I wrote this then:

      The birds have stopped singing
      A bell tolls
      I could sit here, and wither and die
      In this beauty

      Yesterday,
      On the train from Milan
      I looked out over the Lombardy plain
      Small farms, ordinary lives, peace
      I imagined dead olive trees and rubble.

      On Friday Muhamad was fourteen
      Now he is gone.
      We cross a river
      The massacre grinds on
      I’d like to meet the man
      Who taught the boy

      Who pulled the trigger
      His callous disregard
      I would spit on him and
      Do no good
      The birds have stopped singing
      The bell tolls on.

      Schnelle Übersetzung:

      [...] Vor ein paar Wochen, als ich in Norditalien auf Tour war, tötete ein IDF-Scharfschütze den 14 Jahre alten Muhamad Ayub, der friedlich protestierte.

      Damals schrieb ich das Folgende:

      Die Vögel haben aufgehört zu singen
      Eine Glocke läutet
      Ich könnte hier sitzen, altern und sterben
      Umgeben von dieser Schönheit.

      Gestern,
      Im Zug von Mailand
      Blickte ich über die Ebene der Lombardei
      Kleine Bauernhöfe, gewöhnliches Leben, Frieden
      Ich stellte mir vor wenn hier tote Olivenbäume und Trümmer wären.

      Am Freitag war Muhamad vierzehn
      Jetzt ist er von uns gegangen.
      Wir überqueren einen Fluss (im Sinne von "wir überschreiten eine Grenze")
      Das Massaker geht weiter
      Ich würde den Menschen gerne treffen
      der den Jungen unterrichtet hat.

      Wer hat den Abzug betätigt?
      Seine gefühllose Missachtung (der Menschlichkeit)
      Ich würde auf ihn spucken und
      damit nichts Gutes tun.
      Die Vögel sind verstummt
      Die Glocke ertönt weiter.
      Martin
      [Neccropole]

      I don't need your tongue to cut me (Roger Waters)